Faustregeln für die Farbwirkung in Räumen

Faustregeln für die Farbwirkung in Räumen

Hell oder dunkel, warm oder kalt, zurückweichend oder hervorspringend: Es steht außer Frage, dass Farben eine Wirkung haben. Die Frage ist aber, wie sie wirken. Tatsächlich gibt es darauf keine allgemeingültige Antwort. Denn jeder hat ein eigenes Farbempfinden und manchmal reichen kleine Nuancen aus, um darüber zu entscheiden, ob ein Farbton gefällt oder nicht.

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Faustregeln für die Farbwirkung in Räumen

Trotzdem gibt es natürlich ein paar Orientierungshilfen, die es einfacher machen, Farben auszuwählen und gezielt so einzusetzen, dass sie den gewünschten Effekt haben.

Wir nennen einige Faustregeln für die Farbwirkung in Räumen!:

Jahreszeitliche Farben

Die Natur mit dem Wechsel der Jahreszeiten prägt den Menschen so sehr und nachhaltig wie kaum etwas anderes. Eine weiße, glitzernde Winterlandschaft, die vor Kälte klirrt, die ersten zarten, grünen Triebe der Bäume im Frühling oder das Farbspiel aus Gelb-, Orange- und Rottönen im Herbst hat jeder vor Augen, wenn er an die Jahreszeiten denkt.

Der Farbwechsel im Jahresverlauf hilft auch beim Verständnis von der Farbwirkung in Räumen. Dabei nehmen die Farben, die für eine Jahreszeit typisch sind, nicht nur Einfluss auf das individuelle, innere Gefühlsthermometer. Stattdessen wecken sie auch die Gefühle, die jemand mit der jeweiligen Jahreszeit verbindet.

Um die Farbwirkung auf die Stimmung besser nachvollziehen zu können, ist es hilfreich, sich die Farbpaletten anzuschauen, die den Jahreszeiten zugeordnet werden.

  • Frühlingsfarben wirken fröhlich, jung, frisch und lebensbejahend. In die Gruppe der Frühlingsfarben gehören vor allem Pastelltöne wie zum Beispiel Rosa, Hellblau, Hellgrün, Flieder oder Hellgelb. Die Farbtöne werden gewonnen, indem reinbunte Farben aufgehellt werden. Dadurch entsteht eine freundliche und heitere Farbwirkung, die einen Raum optisch größer wirken lässt.
  • Zu den Sommerfarben zählen sattes Gelb und kräftiges Orange, aber auch verwaschene Weißtöne und intensive Blau- und Grüntöne. Als warme und intensiv strahlende Farben stechen sie optisch hervor und wirken belebend. Die aktivierende Wirkung kann aber mitunter zu viel des Guten sein und ein ganzer Raum in einer knalligen Farbe kann ein unangenehmes Gefühl hervorrufen. Sommerfarben sollten deshalb eher sparsam dosiert werden.
  • Herbstfarben wirken warm, besinnlich und gedämpft. Gedeckte Grautöne, trübe Grüntöne und warme Orange-, Rot- und Brauntöne können Eleganz und Gemütlichkeit ausstrahlen. Wichtig ist aber, sie gut aufeinander abzustimmen. Denn zu viele gedämpfte und trübe Farbtöne können, ähnlich wie ein nasskalter, nebliger Herbsttag, auch ein wenig deprimierend wirken.
  • Auch wenn Weiß unbedingt zu den Winterfarben dazugehört, finden sich in der Farbpalette weitere Farbtöne. Insbesondere Blau- und Grautöne sind vertreten. Generell wirken Winterfarben kühl und erweitern einen Raum deshalb optisch.

Leichte und schwere Farben

Eine Faustregel besagt, dass helle Farben leicht und dunkle Farben schwer wirken. Bei der Raumgestaltung ist wichtig, diese Faustregel im Hinterkopf zu haben. Denn vor allem dunkle Farben helfen dabei, die Raumwirkung optisch zu korrigieren.

Wird die Decke zum Beispiel in einem dunklen Farbton gestrichen, liegt sie wie ein schweres Dach über allem und verringert die Raumhöhe optisch. Vor allem ein großer Raum mit einer hohen Decke gewinnt dadurch an Eleganz und wirkt kompakter und gemütlicher.

Dem natürlichen Sehempfinden wiederum kommt entgegen, wenn der Fußboden, der Sockel und auch Balken oder Träger eine dunklere Farbe haben als die oberen Wandhälften und die Decke.

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Wie bei Farbtönen ist aber auch die Definition von hell und dunkel eine Frage des eigenen Empfindens.

Ist ein Raum sehr hell und lichtdurchflutet, kann schon ein vergleichsweise dezenter Blau- oder Grünton einen dunklen Farbakzent setzen und so die Raumwirkung deutlich beeinflussen.

Vorspringende und zurückweichende Farben

Bei der Frage, ob ein Raum kleiner oder größer wirkt, gilt als Faustregel, dass warme Farben hervorspringen, während kalte Farben zurückweichen. Auch für dieses Phänomen liefern die Natur und das menschliche Sehen die Erklärung.

Denn was sich in der Nähe befindet, nimmt das Auge in seiner vollen und leuchtenden Farbe wahr. Ist etwas weiter weg, wirkt es hingegen wie von einem grauen, nebligen Schleier umhüllt. In der Kunst wird an dieser Stelle auch von der Luftperspektive gesprochen.

Damit ein Raum wärmer, gemütlicher und behaglicher wirkt, können warme, vorspringende Farbtöne eingesetzt werden. Sie verengen den Raum optisch und schaffen dadurch eine kuschelige Atmosphäre.

Ein schönes Gegengewicht dazu schaffen helle, pudrige Nuancen des gleichen Farbtons oder Cremetöne und helle Möbel. Im Gesamtbild entsteht ein Raum, der behaglich und trotzdem großzügig wirkt.

Genau das Gegenteil entsteht, wenn helle und kühle, zurückweichende Farben zum Einsatz kommen. Ein Raum, der zum Beispiel in Weiß und hellem Grau eingerichtet ist, erscheint großzügig und weit.

Allerdings sollten dann entweder durch Holz oder warme Farben Akzente gesetzt werden. Andernfalls könnte der Raum zu kühl und abweisend erscheinen.

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Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin, Mitinhaberin Koozal Galerie & Möbel und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan Mitinhaber Koozal Galerie & Möbel, (RZA) Kunstmaler und Betreiber diverser Kunstportale, schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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