Klassischer Orientteppich neu inszeniert – 7 Ideen

Klassischer Orientteppich neu inszeniert – 7 Ideen

Das Teppichknüpfen ist ein traditionelles Kunsthandwerk mit einer langen Geschichte. Die kunstvolle Herstellung in Handarbeit, wie sie bis heute bei vielen Orientteppichen angewendet wird, gehört inzwischen sogar zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

Klassischer Orientteppich neu inszeniert - 7 Ideen

2010 hat die UNESCO die Kunst des Teppichknüpfens in diese Liste aufgenommen.

Klassische Orient- oder Perserteppiche kennzeichnen sich durch ihre herrlichen Farben und wunderschönen Muster. Sie sorgen für Wärme und Wohnlichkeit. Zwar wirken klassische Orientteppiche manchmal etwas altmodisch. Doch genau das kann in einem modernen Umfeld für einen spannenden Kontrast sorgen.

Selbstverständlich würde es einem edlen, hochwertigen und kostbaren Perserteppich nicht gerecht werden, wenn er zum besseren Fußabtreter wird. Doch so ein Teppich ist dafür gemacht, dass er genutzt wird. Seine anmutige Schönheit kommt nicht zur Geltung, wenn er irgendwo gut geschützt aufbewahrt wird.

Vielmehr braucht er buchstäblich den richtigen Raum, um zu wirken. Und das ist vor allem in modern eingerichteten Räumen prima möglich.

Wir zeigen sieben Ideen, wie ein klassischer Orientteppich neu inszeniert werden kann:

  1. Idee: ein kleiner Perserteppich in der Küche

Ein orientalisches Muster wirkt in einer schlichten Küche, in der klare Formen, helle Farben und Holz dominieren, besonders schön. Die traditionelle Webkunst bekommt hier eine leichte Note und sorgt gleichzeitig für ein wohnliches, behagliches Ambiente.

Allerdings sollten die Farben des Teppichs mit der Umgebung harmonieren. Sind die Kontraste zu hart oder eröffnet der Perserteppich eine komplett neue Farbwelt, besteht die Gefahr, dass der Teppich die Blicke zu sehr auf sich zieht und das Gesamtbild eher stört.

  1. Idee: ein großer Orientteppich im Essbereich

Die Kombination aus modernen oder avantgardistischen Möbeln, zeitgenössischer Kunst und einem klassischen Orientteppich sorgt für einen perfekten und überaus charmanten Stilmix. Wird ein großer Teppich unter dem Esstisch und den Stühlen platziert, wird der Essbereich zu einer in sich geschlossenen, abgerundeten Insel.

Sind die Möbel überwiegend hell und einfarbig, darf der Orientteppich ruhig in kräftigen Farben und mit auffälligen Mustern daherkommen. Ansonsten entsteht ein harmonisches Gesamtbild, wenn der Teppich die Farben der verschiedenen Stilelemente aufgreift. Dadurch bilden die Einrichtungs- und Kunstgegenstände nämlich trotz der Stilbrüche eine Einheit.

Je größer der Teppich ist, desto spartanischer sollte der Raum aber eingerichtet sein. Andernfalls kann das Zimmer schnell zu überladen wirken. Außerdem stehlen sich die einzelnen Elemente dann gegenseitig zu sehr die Show.

  1. Idee: ein edler Läufer im Bad

Im Badezimmer kann der herkömmliche Badteppich durch einen eleganten Läufer ersetzt werden. Das orientalische Muster und die verspielten Farben bilden ein originelles Gegengewicht zu den sonst eher nüchternen Elementen wie den Fliesen, den Schränken und den Sanitärobjekten.

Außerdem verschmelzen Tradition und Moderne, Funktionalität und Behaglichkeit wunderbar miteinander.

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Farblich sollte der Orientteppich die Farben der Fliesen oder der Badezimmermöbel aufgreifen. So ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Es sei denn, das komplette Bad ist in einer einzigen Farbe gehalten. Dann darf der Orientteppich ruhig ins Auge stechen.

  1. Idee: ein warmer Orientteppich neben einer Treppe

Eine Treppe wirkt durch die Stufen und das Geländer oft recht streng. Ein bunter Orientteppich mit einem verspielten Muster kann dann einen schönen Akzent setzen und das strenge Bild wunderbar brechen.

Außerdem sieht der Bereich gleich viel einladender, wärmer und wohnlicher aus. Vor allem in einem Flur, dem Eingangsbereich oder dem Treppenhaus ist das ein großes Plus.

Wichtig ist nur, nicht zu viele verschiedene Muster zusammenzubringen. Die geometrische Form der Treppe, das Design des Geländers und das Muster des Teppichs sollten nicht noch mit zusätzlichen Mustern konkurrieren müssen.

  1. Idee: ein kuscheliger Perserteppich vor dem Kamin

Wohnzimmer und vor allem Kaminecken werden immer moderner. An die Stelle von urigen Kachelöfen rücken geradlinige, puristische Kaminöfen. Sofalandschaften mit runden, organischen Formen werden durch eckige Couchen ersetzt.

Ein traditioneller Perserteppich mit einem opulenten Muster schafft dann einen spannenden Kontrast zu den linearen Formen. Außerdem nimmt er Materialien wie Leder, Metall oder Naturstein die kühle Note und sorgt für das notwendige Quäntchen Wärme.

  1. Idee: ein lebendiger Orientteppich auf Beton

Der Industrielook ist seit einiger Zeit schwer angesagt. Böden, Decken und Wände in schlichtem Betongrau werden mit geradlinigen Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus Metall, Holz, Glas oder Paletten kombiniert.

Ein farbenfroher Orientteppich kann dann das kühle Ambiente nicht nur wunderbar brechen, sondern das Gesamtbild als großflächiger Farbklecks erden und beleben.

  1. Idee: den Orientteppich umdrehen

Manchmal sind die Farben und Muster eines klassischen Orientteppichs so dominant, dass der Raum erschlagen würde. Wer trotzdem nicht auf den Teppich verzichten will, kann ihn einfach umdrehen. Auf der Rückseite schimmern die Farben und das Muster ebenfalls durch, nur eben sehr viel dezenter.

Es erfordert zwar ein wenig Mut, einen edlen Teppich auf eine derart unkonventionelle Art in Szene zu setzen. Doch der Versuch kann sich lohnen und Mut zahlt sich auch bei der Gestaltung der Wohnung oft aus.

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Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan (RZA) Kunstmaler und Inhaber diverser Kunstportale schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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