Die drei Grundtypen von Bilderrahmen

Die drei Grundtypen von Bilderrahmen

Bilderrahmen sorgen im wahrsten Sinne des Wortes dafür, dass ein Kunstwerk den richtigen Rahmen erhält. Sie haben eine ästhetische Komponente und zugleich einen praktischen Nutzen. Dabei lassen sich mehrere Arten von Bilderrahmen voneinander unterscheiden.

Anders als eine Zeichnung, eine Grafik oder ein Foto kommt ein Gemälde auf Leinwand grundsätzlich auch ohne Bilderrahmen aus. Und manchmal wird ganz bewusst auf einen Rahmen verzichtet, damit das Kunstwerk die volle, ungeteilte Aufmerksamkeit erhält. Häufiger ist aber, dass ein Kunstwerk gerahmt wird. Denn der Bilderrahmen hat einerseits einen funktionalen Nutzen. So schützt er das Bild vor Feuchtigkeit und Verschmutzungen und stützt den Bildträger.

Außerdem sorgt der Bilderrahmen dafür, dass das Kunstwerk an der Wand befestigt werden kann, ohne dass es dabei beschädigt wird. Andererseits hilft der Bilderrahmen dabei, das Kunstwerk in Szene zu setzen. Er kann das Bild betonen, ihm eine gewisse Wichtigkeit geben und den Blick des Betrachters auf das Bild oder bestimmte Bildelemente lenken.

Nun gibt es Bilderrahmen aber in unzähligen Varianten. Sie unterschieden sich nicht nur mit Blick auf die Formate, die verwendeten Materialien oder das Design. Auch was die Art als solches angeht, gibt es Unterschiede. Dabei wiederum lassen sich Bilderrahmen im Wesentlichen in drei Grundtypen einteilen.

 

Und diese drei Grundtypen von Bilderrahmen stellt die folgende Übersicht vor:

 

Grundtyp Nr. 1: der Gemälderahmen

Der Gemälderahmen ist die älteste Art von Bilderrahmen. Ursprünglich gehörte der Gemälderahmen zur Architektur eines Gebäudes. So wurde er beispielsweise in einen Kirchenaltar integriert. Mit seiner ästhetischen Funktion bestand sein wesentlicher Zweck darin, ein Gemälde zu betonen und seine Wichtigkeit hervorzuheben. Dabei liegen die Anfänge des Gemälderahmens ungefähr im 16. Jahrhundert. Seinerzeit wurde der Gemälderahmen überwiegend aus Holz oder Marmor gefertigt. Metall wurde eher selten verwendet. Der Gemälderahmen sollte verzieren und verschönern, dem Gemälde aber nicht die Schau stehlen. Meist wurde er vergoldet, manchmal auch bemalt.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hielt der Gemälderahmen dann auch Einzug in Privatwohnungen. Dies wiederum führte dazu, dass nun erstmals Gemälderahmen aufkamen, die weiß gestrichen oder nur sehr dezent bemalt waren. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde der Gemälderahmen dann zunehmend aufwändiger und prächtiger. Vor allem in Zeiten des Barocks und des Rokoko wurde der Prunk zelebriert. Die Gemälderahmen wurden mit kunstvollen Schnitzereien verziert und mit glänzendem Gold ausgestaltet. Daneben waren Gemälderahmen beliebt, die aus dunklen Hölzern gefertigt und mit Goldleisten dekoriert waren. Der Bau eines Bilderrahmens wurde zu einem eigenständigen Kunsthandwerk. Erst mit Beginn der Biedermeierzeit fand in der Kunstszene ein Umdenken statt und schlichte Bilderrahmen kamen wieder in Mode.

Heute soll der Bilderrahmen Funktionalität und Ästhetik miteinander verbinden. Er soll das Gemälde schützen und ihm zugleich buchstäblich den richtigen Rahmen geben. Der Rahmen soll helfen, das Bild optimal in Szene zu setzen, ohne davon abzulenken. Daher wird bevorzugt zum sogenannten Schattenfugenrahmen gegriffen. Dieser Gemälderahmen besteht aus L-förmigen Leisten, die die Leinwand zusätzlich stützen. Eine andere beliebte Gemälderahmenart ist der Textilspannrahmen. Er wird vor allem für Zeichnungen und Fotografien verwendet, die auf großen Leinwänden präsentiert werden.

Grundtyp Nr. 2: der Grafikrahmen

Der Grafikrahmen entstand im 19. Jahrhundert. Seine Entwicklung geht zum einen mit der Erfindung und zunehmenden Verbreitung der Fotografie einher. Zum anderen spielte die Tatsache, dass nun auch Skizzen und Zeichnungen als eigenständige Kunstwerke angesehen wurden, eine Rolle. Im Unterschied zu Gemälden, die häufig auf größeren Leinwänden gemalt wurden, hatten Skizzen, Zeichnungen und Fotos deutlich kleinere Formate. Folglich entstand ein Bedarf an Bilderrahmen, die ebenfalls kleinformatiger waren.

Während der Gemälderahmen vor allem für Bilder auf Leinwand verwendet wird, kommt der Grafikrahmen hauptsächlich bei Zeichnungen und Fotos zum Einsatz. Und ähnlich wie der heutige Gemälderahmen soll auch der Grafikrahmen das Bild stützen, schützen und in Szene setzen, ohne mit dem Bild in Konkurrenz zu treten.

Deshalb besteht der Grafikrahmen in aller Regel aus schmalen Leisten. Ein Passepartout schafft den richtigen Abstand zwischen Rahmen und Bild und lenkt gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf das Bild, das dadurch im wahrsten Sinne des Wortes im Mittelpunkt steht.

 

Grundtyp Nr. 3: der Magnetrahmen

Der Magnetrahmen ist eine recht junge, aber heute sehr beliebte Variante des Bilderrahmens. Er besteht aus einer Grundplatte, die als Bildträger dient. Darüber wird der Magnetrahmen angebracht. Vergleichen mit anderen Rahmenarten, bietet der Magnetrahmen zwei große Pluspunkte.

Der erste Pluspunkt ist, dass der Zusammenbau schnell und kompliziert funktioniert. Das Bild kann so problemlos gerahmt und jederzeit auch leicht ausgewechselt werden. Der zweite Vorteil ist, dass es der Magnetrahmen ermöglicht, mit dem gerahmten Bild zu spielen. So können Bild und Rahmen auf der Grundplatte unterschiedlich ausgerichtet werden und dadurch die Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Bildausschnitte lenken.

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