Hautfarbe mit Acrylfarben – Infos und Tipps

Hautfarbe mit Acrylfarben – Infos und Tipps

Um mit Acrylfarben die Haut von Personen möglichst realistisch darzustellen, braucht es ein paar Tipps und Tricks. Diese haben wir im folgenden Beitrag zusammengestellt.

Acrylfarben sind in unzähligen Farbtönen erhältlich. Dazu gehört auch das sogenannte Inkarnat. Inkarnat ist die Bezeichnung für die Hautfarbe, mitunter wird auch von Karnat, Fleischton oder Fleischfarbe gesprochen.

Alle Acrylfarbenhersteller haben einen solchen Farbton im Sortiment und meist weist das Inkarnat eine sehr kräftige Farbsättigung auf. Allerdings geht das Inkarnat oft eher ins Rosa. Und wenn eine Hautfläche nur mit diesem einen Farbton angelegt wird, wirkt sie sehr künstlich und unnatürlich. Deshalb muss beim Malen ein wenig in die Trickkiste gegriffen werden.

 

Hier also einige Infos und Tipps zum Malen von Hautfarbe mit Acrylfarben:

 

Die Farbtöne für die Haut anmischen

Um eine realistische Darstellung zu erzielen, sollte eine Hautfläche immer in mehreren Farbabstufungen angelegt werden. Wird die Fläche einheitlich in nur einem einzigen Farbton ausgemalt, wirkt sie sehr unnatürlich. Dabei gibt es drei Möglichkeiten, wie der Maler zu den verschiedenen Nuancen seiner Hautfarbe kommt. So kann er

  1. die Acrylfarben komplett selbst anmischen,
  2. die Hautfarbe aus fertigen Acrylfarben anmischen oder
  3. ein fertiges Inkarnat als Basis für seine Farbabstufungen verwenden.

 

Um Acrylfarben komplett selbst anzumischen, werden Farbpigmente, Wasser und Acrylbinder benötigt. Zunächst werden die Farbpigmente mit dem Wasser vermengt. Anschließend wird der Farbbrei mit Acrylbinder angereichert. In welchem Mischungsverhältnis die drei Zutaten miteinander vermischt werden müssen, ist auf der Verpackung des Acrylbinders angegeben.

Eine Notwendigkeit, eigene Acrylfarben anzufertigen, besteht aber letztlich nicht. Denn die Acrylfarben, die im Handel erhältlich sind, weisen eine sehr gute Qualität auf. Der hohe Anteil an Pigmenten sorgt für eine starke Farbsättigung. Gleichzeitig sind die Pigmente sehr fein gerieben. Von Hand lassen sich derart feine, homogene Acrylfarben nicht herstellen. Deshalb machen eigene Acrylfarben eigentlich nur dann Sinn, wenn eher grobkörnige Acrylfarben benötigt werden, die den experimentellen Charakter eines Acrylbildes unterstützen sollen.

Unabhängig davon, ob der Maler selbst angemischte oder fertige Acrylfarben verwendet, kommen für das eigene Inkarnat drei Farbtöne zum Einsatz:

Weiß, Orange und Schwarz. Die Basis bildet eine größere Menge weißer Acrylfarbe. Ihr werden dann Acrylfarbe in Orange und etwas schwarze Acrylfarbe hinzugefügt. Genauso gut kann der Maler aber auch auf ein fertiges Inkarnat zurückgreifen und diese Hautfarbe durch die Zugabe von weißer, orangefarbener und schwarzer Acrylfarbe abstufen.

 

Eine Farbkarte als Hilfsmittel

Je nach Partie, Körperhaltung und Lichteinfall sieht die Haut unterschiedlich aus. Um den richtigen Farbton auszuwählen, erweist sich eine sogenannte Farbkarte als gutes Hilfsmittel. Eine Farbkarte ist eine Art Übersicht mit den verschiedenen Farbtönen. Für eine Farbkarte werden zunächst mehrere kleine Felder untereinander auf ein Blatt Papier oder Malkarton gezeichnet. Diese Felder werden anschließend in den unterschiedlichen Nuancen ausgemalt.

Dabei werden die Farbabstufungen von hell nach dunkel angeordnet. Das oberste Feld wird also mit der hellsten Nuance ausgefüllt, die dunkelste Farbabstufung wird im untersten Feld festgehalten. Neben den jeweiligen Feldern sollte sich der Maler außerdem notieren, in welchem Verhältnis er die jeweiligen Farbtöne angemischt hat.

Dadurch ist sichergestellt, dass er exakt diesen Farbton bei Bedarf jederzeit nachmischen kann. Beim Malen selbst kann der Maler seine Farbkarte dann an die entsprechende Stelle auf dem Acrylbild halten und die Nuance, die am besten passt, auswählen.

 

Die Haut auf dem Acrylbild gestalten

Sind die verschiedenen Farbabstufungen der Hautfarbe vorhanden, können die Hautflächen auf dem Acrylbild angelegt werden. Dabei lassen sich die besten Ergebnisse erzielen, wenn die Farbtöne in sanften, möglichst gleichmäßigen Verläufen vermalt werden.

Allerdings trocknen Acrylfarben sehr schnell. Aus diesem Grund sollte der Maler an dieser Stelle auf die Nass-in-nass-Technik zurückgreifen.

Diese wird wie folgt umgesetzt:

  • Zuerst wird die Bildstelle, die farbig gestaltet werden soll, angefeuchtet. Dafür wird ein breiter Pinsel in klares, sauberes Wasser getaucht und anschließend über die Bildstelle geführt. Der feuchte Malgrund sorgt dafür, dass sich die Trocknungszeit der Acrylfarben um etwa zehn bis 30 Minuten verlängert.

 

  • Auf die feuchte Fläche wird nun die Hautfarbe aufgetragen. Soll der Farbton ins Transparente verlaufen, wird nur eine Nuance aufgebracht. Für einen Farbverlauf aus mehreren Farbtönen werden zwei oder mehr Nuancen nebeneinander gesetzt.

 

  • Jetzt wird der Pinsel in sauberem Wasser ausgewaschen und ein wenig abgetrocknet. Er sollte noch leicht feucht, aber nicht mehr triefend nass sein. Dann wird der Pinsel mit wenig Druck und in einem sehr flachen Winkel über den Rand des Farbstreifens gezogen. Dabei sollte der Pinsel so geführt werden, dass er sowohl den Farbstreifen als auch die Fläche nebenan berührt. Dies wird nun ein, zwei Mal wiederholt.

 

  • Anschließend wird der Pinsel erneut ausgewaschen, etwas abgetrocknet und wieder über den Rand des neu entstandenen Farbstreifens gezogen. Dies wird sooft wiederholt, bis der Farbverlauf die gewünschte Form angenommen hat. Wichtig dabei ist aber, den Pinsel regelmäßig auszuwaschen. Andernfalls verlaufen die Farben nicht gleichmäßig ineinander, sondern durch die Farbreste im Pinsel würden ungleichmäßige Mischtöne entstehen.

 

  • Sollten die Farben an einigen Stellen schon antrocknen, kann die gesamte Hautfläche noch einmal vorsichtig befeuchtet werden. Dadurch wird der Trocknungsprozess aufgehalten.

 

  • Wenn der Farbverlauf fertig ist, wird mit einem großen, trocknen Flachpinsel über die ganze Hautfläche gefahren. Dabei wird der Pinsel mit wenig Druck und im rechten Winkel zur Malrichtung über den noch leicht feuchten Malgrund gezogen. Auf diese Weise verschwinden die sichtbaren Pinselstriche und Farbansätze.

 

  • Eine andere Möglichkeit ist, deckende Farbschichten und Lasuren miteinander zu kombinieren. Dafür wird die Hautfläche zuerst in einem Farbton ausgemalt. Anschließend werden Schichten aus stark verdünnter Acrylfarbe aufgebracht, die für die Farbabstufungen, Lichtpunkte und Schatten sorgen.

Soll die Hautfläche einen expressiven Charakter bekommen, werden die Farbabstufungen nicht mit verschiedenen Nuancen von Hautfarbe umgesetzt. Stattdessen wird mit Farbkontrasten gearbeitet. Vor allem Schattierungen, aber auch Akzente werden in diesem Fall bevorzugt mit Komplementärfarben angelegt.

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