Malen mit Schablonen, 2. Teil

Malen mit Schablonen, 2. Teil

Eine Maltechnik, die vielseitig einsetzbar ist und zu eindrucksvollen Effekten beitragen kann, ist das Malen mit Schablonen. Im ersten Teil dieses Beitrags standen die Schablonen und die Farben im Mittelpunkt. Wir haben erklärt, in welchen Varianten Schablonen erhältlich sind, wie Schablonen selbst angefertigt werden können und welche Farben sich für die Schablonenmalerei eignen.

Jetzt, im zweiten Teil, geht es um die Arbeitstechniken beim Malen mit Schablonen.

Malen mit Schablonen – die Vorbereitung des Malgrunds

Das Malen mit Schablonen kann auf den verschiedensten Untergründen umgesetzt werden. Von Wänden und Decken über Möbelstücke bis hin zu Spiegeln, Glasscheiben, Kunststoffplatten, Geschirr und Textilien ist nahezu alles möglich. Selbstverständlich sind auch Leinwand und Malkarton geeignete Bildträger.

Je nach Malgrund ist aber eine Vorbehandlung des Untergrunds notwendig:

  • Holzoberflächen, lackierte Flächen und raue Untergründe sollten mit Schleifpapier bearbeitet werden. Je nach Untergrund bieten sich dabei ein Schleifgang mit mittelkörnigem und ein zweiter Schleifgang mit feinkörnigem Schleifpapier an. Manchmal genügt aber auch ein Schleifgang, um unregelmäßige Oberfläche etwas zu glätten und glatte, lackierte Oberflächen leicht anzurauen.
  • Flächen aus unbehandeltem Holz sollten vorbehandelt werden, indem erst eine Grundierung und anschließend eine dünne Schicht Lack als Schutzschicht aufgetragen wird. Wird die Schablonenmalerei auf Gegenständen aus rohem Holz umgesetzt, sollten die Gegenstände zuvor gebeizt oder lackiert werden.
  • Stoffe sollten vor dem Bemalen gewaschen werden. Auf diese Weise werden Appreturen und andere Rückstände entfernt. Außerdem sollten Stoffe glatt gebügelt werden, damit keine Knicke und Falten vorhanden sind.

    Ansonsten gilt generell, dass der Malgrund trocken, sauber sowie fett- und staubfrei sein muss. Geschirr, Gläser und andere glatte Malgründe müssen deshalb sehr gründlich gereinigt werden. Für die Reinigung bieten sich Spülmittel, aber auch Spiritus oder Reinigungsbenzin an. Wände sollten nach einem vorherigen Anstrich gut durchgetrocknet sein. Gleiches gilt für Tapeten und klassische Bildträger.

     

    Malen mit Schablonen – die Maltechniken

    Eine Schablone zeigt das Negativ des späteren Motivs. Die Stellen der Schablone, die herausgeschnitten sind, werden später auf dem Untergrund zu sehen sein und das Motiv bilden. Im Unterschied dazu werden die geschlossenen Flächen und die Verbindungskanten zwischen den Leerflächen nicht mit Farbe ausgefüllt und deshalb auch nicht auf den Untergrund übertragen.

    Der erste Schritt beim Malen mit Schablonen besteht darin, die Schablone an der gewünschten Stelle zu positionieren. Wichtig dabei ist, die Schablone so aufzulegen, dass sie eben und möglich fest auf dem Malgrund aufliegt. Je besser sich die Schablone an den Malgrund anschmiegt, desto geringer ist die Gefahr, dass Farbe unter die Schablone läuft. Damit die Schablone nicht verrutschen oder sich wölben kann, sollte sie mit etwas Malerkreppband fixiert werden. Ist die Schablone positioniert und fixiert, geht es ans Ausmalen der Freiflächen.

 

Dabei kommen im Wesentlichen drei verschiedene Maltechniken in Frage:

  1. Übermalen: Bei dieser Maltechnik wird mit einem breiten Pinsel oder einer Farbrolle gearbeitet. Das Malwerkzeug wird mit Farbe benetzt und flächig über die Schablone geführt. Die Schablone wird also im Prinzip überstrichen und die Leerflächen werden so automatisch mit ausgefüllt. Diese Maltechnik eignet sich vor allem bei eher großformatigen Motiven mit größeren Innenflächen. Der Untergrund sollte zudem möglichst glatt und eben sein. Auf einem rauen Malgrund liegt die Schablone nicht fest genug auf, was zur Folge hätte, dass beim Übermalen Farbe unter die Schablone laufen würde.
  2. Sprühen: Im Stil von Airbrush oder Graffiti können die Innenflächen der Schablone ausgefüllt werden, indem Farbe oder Lack aufgesprüht wird. Wie beim Übermalen ist aber auch beim Aussprühen wichtig, dass die Schablone fest auf dem Malgrund auffliegt. Zudem sollte die Farbsprühpistole in gleichmäßigen, waagerechten Bewegungen hin- und herbewegt werden.
  3. Austupfen: Die am häufigsten verwendete Arbeitstechnik beim Malen mit Schablonen ist das Austupfen. Hierbei werden die Innenflächen der Schablone ausgefüllt, indem die Farbe aufgetupft wird. Als Malwerkzeug kommt üblicherweise ein sogenannter Schablonierpinsel zum Einsatz. Ein Schablonierpinsel ist ein Rundpinsel mit kurzem Stiel und kurzen, harten Borsten aus Synthetik oder Naturhaar. Wer sich nicht extra einen Schablonierpinsel kaufen möchte, kann sich sein Malwerkzeug recht einfach selbst herstellen. Dazu werden die Borsten von einem herkömmlichen Rundpinsel soweit fest mit Malerkrepp- oder Klebeband abgeklebt, dass maximal noch das obere Drittel der Borsten freiliegt. Anstelle eines Pinsels kann die Tupftechnik auch mit einem Schwämmchen oder einem zusammengeknüllten Stoffstück umgesetzt werden. Letztere Techniken eignen sich vor allem dann, wenn die Farbflächen eine leicht unregelmäßige, wolkenartige Optik erhalten sollen.

     

    Malen mit Schablonen – der Farbauftrag

    Der häufigste Fehler beim Malen mit Schablonen besteht darin, dass mit zuviel Farbe gearbeitet wird. Das Ergebnis davon ist, dass Farbe unter die Schablone läuft, was wiederum zu unsauberen Konturen führt. Generell gilt daher, dass die Innenflächen der Schablone nur mit wenig Farbe ausgefüllt werden sollten. Im Zweifel ist es besser, eine Fläche bei Bedarf ein zweites Mal zu bearbeiten, denn unschöne Konturen zu korrigieren, ist deutlich aufwändiger. Zudem sollte beim Ausfüllen der Flächen mittels Tupftechnik darauf geachtet werden, dass keine einzelnen Pinselborsten unter die Ränder rutschen. Um ausgefranste Konturen und ungewollte Farbschmierer zu vermeiden, gibt es drei Tricks:

  • Mit dem Pinsel oder auch dem Schwamm wird wenig Farbe aufgenommen. Anschließend wird das Malwerkzeug im rechten Winkel zum Malgrund gehalten und vorsichtig in die jeweilige Fläche getupft. Die senkrechte Haltung verhindert, dass Farbe unter die Schablone läuft.
  • Die Flächen werden entweder von innen nach außen oder von außen nach innen ausgemalt. Der Farbauftrag beginnt also entweder in der Mitte der Fläche und von hier aus wird zu den Rändern hin gearbeitet. Alternativ kann an den Flächenrändern begonnen und zur Flächenmitte hin gearbeitet werden, bis die gesamte Fläche mit Farbe ausgefüllt ist. Je weniger Farbe sich unter den Rändern ansammelt, desto sauberer und exakter werden die Konturen.
  • Vor allem bei rauen und unebenen Untergründen kann sich Acryl als hilfreiches Mittel erweisen. Vor dem Ausmalen der Flächen wird eine dünne Linie Acryl an den Flächenrändern entlang gezogen. Anschließend wird die Linie behutsam mit dem Finger geglättet, so dass das Acryl an der Innenkante der Fläche entlang und ein wenig über den Rand hinweg in Richtung Schablone verläuft. Das Acryl kann übermalt werden, ist später also nicht mehr zu sehen. Trotzdem verhindert das Acryl ein unkontrolliertes Auslaufen der Farbe. Allerdings muss es Acryl sein. Silikon ist nicht geeignet, denn Silikon lässt sich nicht übermalen.

Sind alle Flächen ausgemalt, wird die Schablone vorsichtig abgenommen. Die Farben können bereits leicht angetrocknet, sollten aber noch nicht komplett durchgetrocknet sein. Ist die Schablonenmalerei schon komplett trocken, könnte sich beim Abnehmen der Schablone Farbe mit ablösen.

Soll die Schablone ein weiteres Mal verwendet werden, sollte die Rückseite vor dem erneuten Auflegen kontrolliert und bei Bedarf von Farbresten befreit werden. Andernfalls können ungewollte Abdrücke auf der Wand entstehen. Sollten die Konturen trotz aller Vorsicht etwas ausgefranst sein, lässt sich dies beheben, indem die Kanten von Hand mit einem dünnen Pinsel nachgearbeitet werden.

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