8 Fragen zu Kunst als Geldanlage, 2. Teil

8 Fragen zu Kunst als Geldanlage, 2. Teil

Kunstwerke sind dauerhafte Werte. Und kaum ein anderes Anlageobjekt kann auf lange Sicht gesehen einen ähnlich stabilen Wertzuwachs erreichen. Hinzu kommt, dass der Anleger nicht nur mit Blick auf das Kapital profitiert. Vielmehr kann er sich an den Kunstwerken erfreuen und ihren repräsentativen Charakter nutzen. All das sind Gründe dafür, warum Kunst eine beliebte und bewährte Form der Geldanlage ist.

8 Fragen zu Kunst als Geldanlage

Doch wie jede Form der Investition folgt auch der Kunsthandel seinen eigenen Regeln und Gesetzen. Wichtig ist deshalb, dass sich der Investor das notwendige Wissen aneignet.

Aber worauf kommt es an?

In einer mehrteiligen Beitragsreihe beantworten wir acht Fragen zu Kunst als Geldanlage. Dabei haben wir im 1. Teil geklärt, warum sich ein Investment in Kunst überhaupt lohnt, welche Vor- und Nachteile diese Geldanlage bietet und wie der Einstieg in den Kunstmarkt aussehen kann.

Hier ist der 2. Teil!:

  1. Welche Strategie bietet sich bei der Geldanlage an?

Grundsätzlich sind für den Anleger in erster Linie Originale oder kleine Auflagen interessant. Je nach Ziel kann die Anlagestrategie dann aber unterschiedlich aussehen.

Entscheidet sich der Anleger für Arbeiten von unbekannten Künstlern, hat er die Chance auf einen hohen Wertzuwachs und damit auf große Gewinne. Allerdings birgt diese Strategie auch ein hohes Risiko. Denn der Anleger sollte sich darüber im Klaren sein, dass es weniger als zehn Prozent aller Nachwuchskünstler gelingt, sich auf dem Kunstmarkt einen Namen zu machen und dauerhaft zu etablieren. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es schwer werden kann, bei einem späteren Verkauf von Arbeiten unbekannter Künstler einen guten Preis zu erzielen.

Weniger riskant ist die Investition in Werke von bekannten Künstlern. Weil die Entwicklung der Preise meist gut über auktionsbasierte Listen nachvollzogen werden kann, kommt der Investor mit weniger Fachwissen aus. Allerdings muss der Investor hier auch deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. So sind Originale von namhaften Künstlern oft nicht unter 100.000 Euro zu haben.

Experten beziffern die Investitionssumme für eine solide Sammlung mit nachhaltigem Wert auf mindestens eine Million Euro. Hinzu kommt, dass die Werke bekannter Künstler zwar leichter angekauft und später wieder verkauft werden können. Aber neben dem reinen Marktwert steigen die Kosten durch die höheren Provisionen für die Auktionshäuser und Kunsthändler.

Eine Garantie für eine Wertsteigerung gibt es außerdem auch bei Arbeiten von namhaften Künstlern nicht. Es kommt immer wieder vor, dass das Interesse an gefeierten und angesagten Künstlern plötzlich nachlässt. Auch Wirtschafts- und Finanzkrisen können dafür sorgen, dass die Marktwerte purzeln. Bei großen, namhaften Künstlern, die schon seit langer Zeit auf dem Kunstmarkt etabliert sind und deren Arbeiten kunsthistorische Anerkennung genießt, sind solche Risiken zwar gering. Nur gehen solche Kunstwerke eben auch mit entsprechend hohen Investitionen einher.

Ein guter Mittelweg kann ein Investment in aufstrebende Künstler sein. Hierzu gehören Künstler, die zwar noch keine etablierten Größen auf dem Kunstmarkt sind, ihre Arbeiten aber schon in bekannten Galerien oder bei namhaften Veranstaltungen ausgestellt haben und erste öffentliche Ankäufe vorweisen können. Investiert der Anleger in solche Arbeiten, braucht er eine mittlere Investitionssumme. Gleichzeitig besteht die Chance auf eine solide Wertsteigerung. Nachteilig ist aber, dass der Anleger viel Fach- und Insiderwissen benötigt, um geeignete Arbeiten zu finden und zu einem angemessenen Preis zu kaufen.

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Die Marktstellung eines Künstlers ermitteln

Bei der Einschätzung, welche Stellung ein Künstler auf dem Kunstmarkt hat, können folgende Fragen weiterhelfen:

  • Werden Arbeiten des Künstlers auf dem Kunstmarkt gehandelt?
  • In wie vielen Galerien ist der Künstler vertreten?
  • Nimmt der Künstler an Veranstaltungen wie Messen teil?
  • Wie viele Arbeiten des Künstlers werden pro Jahr in Auktionshäusern vorgestellt? Wie viele Werke davon finden einen Käufer und zu welchen Preisen werden sie versteigert?

Bei einem bekannten Künstler ist der Name zu einer Art Marke geworden. Sein Bekanntheitsgrad spiegelt sich in der Preisentwicklung für seine Arbeiten wider. Medienberichte und Kritiken liefern ebenfalls Hinweise darauf, wie bekannt und beliebt der Künstler ist. Der Anleger kann sich außerdem über frühere, aktuelle und geplante Ausstellungen informieren. Auch so lässt sich die Geschichte des Künstlers nachvollziehen.

Legt der Investor sein Geld in Kunst an, spielen aber nicht immer nur die finanziellen Interessen eine Rolle. Vielmehr fallen auch weiche Faktoren wie der persönliche Geschmack und der repräsentative Wert ins Gewicht. Letztlich ist auch ein Meisterwerk von einem berühmten Künstler nur bedingt eine gute Wahl, wenn das Gemälde, die Grafik, die Fotografie oder das Design dem Anleger so gar nicht gefällt.

  1. Worauf kommt es beim Kauf von Kunstwerken an?

Eine erfolgreiche Geldanlage in Kunst lässt sich nicht alleine dadurch bewerkstelligen, dass genug Kapital vorhanden ist. Vielmehr muss der Anleger die Kunstwelt kennen und regelmäßig Galerien, namhafte Kunstveranstaltungen, Auktionshäuser und eventuell auch Künstler in ihren Ateliers besuchen. Ohne Fachwissen und Kontakte wird der Anleger kaum eine Chance haben, Raritäten zu finden und zu erwerben.

Beim Investment selbst spielt der richtige Zeitpunkt eine entscheidende Rolle. Dazu gehört, dass der Anleger weiß, wann wo interessante Objekte verkauft oder versteigert werden. Viele Kunstsammler sind außerdem Mitglieder in Freundes- und Förderkreisen von Museen. So können sie zuschnappen, wenn eine Kunstsammlung aufgelöst und zumindest in Teilen veräußert wird.

Liegt dem Investor ein Kaufangebot vor, sollte er sich mit dem Kunstwerk und dem Gesamtwerk des Künstlers beschäftigen. Die verwendeten Techniken und die Absichten des Künstlers sollte er genauso beleuchten wie den kunsthistorischen Kontext. Ohne Fachwissen kommt ein Kunstsammler nicht weit. Jedenfalls dann nicht, wenn es ihm nicht nur um den immateriellen Wert, sondern eben auch um eine solide Geldanlage geht.

Trotzdem gibt es kein Patentrezept für den Kauf von Kunst. Experten empfehlen deshalb folgende Vorgehensweise: Das Kunstwerk betrachten, mit anderen Arbeiten vergleichen, sich über die Arbeit und den Künstler informieren, das Objekt auf sich wirken lassen – und dann letztlich auf sein Bauchgefühl hören.

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