5 Anleitungen für kreative Maltechniken

5 Anleitungen für kreative Maltechniken

Nicht jeder ist der geborene Künstler. Doch gerade im Bereich der abstrakten Malerei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um mit kleinem Aufwand und den richtigen Kniffen beeindruckende Werke zu gestalten. Aber auch gestandene Künstler suchen immer wieder nach Anregungen und neuen Ideen.

Für sie alle stellt der folgende Beitrag fünf Anleitungen für kreative Maltechniken vor:

  1. Farbverläufe mit wasserfesten Stiften und Alkohol

Die Kombination aus wasserfesten Stiften und hochprozentigem Alkohol lässt lebendige Farbverläufe und herrlich bunte Farbflächen entstehen. Sie wirken für sich als Bild, können aber auch als Hintergrund verwendet werden. Für die Maltechnik werden benötigt:

  • Glasplatte oder weiße Fliese als Malgrund
  • wasserfeste Stifte oder Filzstifte in mehreren Farben
  • Alkohol (70 bis 90 %)
  • Pipette oder Pinsel
  • Klarlack

Zuerst wird mit den wasserfesten Stiften ein beliebiges Muster auf den Malgrund gemalt. Das Muster kann aus Linien, Rechtecken, Kreisen oder willkürlich angeordneten Farbflächen bestehen. Dabei muss nicht präzise gearbeitet werden, denn von dem Muster als solches wird später nichts mehr zu sehen sein. Es geht jetzt vielmehr darum, Farbe auf den Malgrund zu bringen. Um später schöne Farbverläufe zu erzielen, sollte aber mit mindestens zwei verschiedenen Farben gemalt werden.

Ist der Malgrund eingefärbt, kommt der Alkohol ins Spiel. Er wird mit einer Pipette oder einem Pinsel großzügig auf den Malgrund getropft. Die Farben beginnen dadurch, sich auszubreiten und ineinander zu fließen. Um die Fließrichtung etwas zu steuern, kann der Hobby-Künstler seinen Malgrund anheben und leicht hin- und herkippen. Anschließend muss der Alkohol komplett verdunsten. Zum Schluss wird die Farbfläche mit Klarlack überzogen. Dadurch leuchten die Farben intensiv und die Malerei ist versiegelt.

Sehr interessante Muster ergeben sich, wenn mehrere Farbschichten übereinandergelegt werden. Dabei sollte der Künstler von hell nach dunkel arbeiten. Zuerst wird die erste Farbschicht gestaltet und mit Klarlack überzogen. Wenn der Klarlack trocken ist, kann die nächste Farbschicht aufgebracht werden.

 

  1. Muster mit Folie und Salz

Lebendige Muster mit interessanten Strukturen lassen sich mithilfe von Salz und Folie gestalten. Dafür müssen aber keine Spezialsalze oder besonderen Folien besorgt werden. Stattdessen werden die Utensilien verwendet, die ohnehin im Haushalt vorhanden sind. Bei der Maltechnik kommen zum Einsatz:

  • Leinwand oder Malkarton als Malgrund
  • Wasserfarben
  • Pinsel
  • herkömmliches Salz aus der Küche
  • Folie, z.B. Frischhaltefolie oder Verpackungsfolie

Zuerst wird der Malgrund angefeuchtet. Dafür wird der Pinsel in sauberes, klares Wasser getaucht und über den Malgrund geführt. Wenn der Malgrund gleichmäßig benetzt ist, werden die Wasserfarben flächig auf den Malgrund aufgetragen. Durch den feuchten Untergrund verlaufen die Wasserfarben wie bei einem Aquarell. Anschließend wird etwas Salz auf den Malgrund gestreut. Das Salz saugt das Wasser auf und sorgt so für interessante Effekte.

Das eigentliche Muster wird mithilfe der Folie gestaltet. Dafür wird die Folie zuerst glatt auf das Bild aufgelegt und anschließend mit den Händen etwas zusammengeschoben und in Falten gelegt. Die Malerei muss nun trocknen. Nach dem Trocken wird die Folie vorsichtig abgezogen und das Salz entfernt. Wer möchte, kann auf diese Weise mehrere Farbschichten übereinanderlegen. Ratsam ist übrigens, die verwendete Folie nicht gleich wegzuschmeißen. Auf der Folie bleiben nämlich Farbrückstände zurück, die bei einem weiteren Durchgang interessante Spuren zurücklassen können.

 

  1. Kreative Bilder mit Montagekleber

Im Grafikbereich gehörte ein spezieller Montagekleber jahrzehntelang zur Standardausstattung. Dieser klare und dickflüssige Montagekleber wird auf Basis von Naturkautschuk und organischen Lösungsmitteln hergestellt und das Besondere an dem Kleber ist, dass er sich rückstandfrei wieder abreiben lässt. Seit der Computer Papiermontagen im grafischen Bereich weitestgehend abgelöst hat, hat der Kleber seinen ursprünglichen Einsatzbereich verloren. Heute wird der Kleber, der auch Rubber Cement genannt wird, hauptsächlich im Bastel- und Modellbaubereich verwendet. Aber auch für kreative Kunstarbeiten eignet er sich hervorragend. Dabei werden benötigt:

  • Malkarton
  • Rubber Cement
  • Wasser- oder Acrylfarben
  • Pinsel
  • schwarzer Filzstift oder Tintenroller

Zunächst wird mit dem Kleber ein Muster auf dem Malkarton gestaltet. Dafür wird der Kleber direkt aus der Tube in Linien und Punkten auf den Malgrund aufgebracht. Danach muss der Kleber trocknen. Wenn der Hobby-Künstler den Trocknungsvorgang etwas beschleunigen möchte, kann er mit dem Haartrockner nachhelfen.

Ist der Kleber trocken, kann der Malkarton bemalt werden. Dazu sollte der Hobby-Künstler mit Wasserfarben oder mit stark verdünnten Acrylfarben arbeiten. Durch die wässrige Konsistenz verlaufen die Farben schön ineinander und lebendige, luftig-leichte Muster entstehen. Ist die erste Farbschicht aufgebracht, muss sie trocknen. Wenn der Hobby-Künstler möchte, kann er danach weitere Schichten aufbringen. Diese Schichten können aus Kleber und Farbe oder nur aus Farbe bestehen. Wichtig ist aber, die einzelnen Schichten immer gut trocknen zu lassen.

Ist die Malerei abgeschlossen, wird der trockene Kleber vorsichtig mit den Fingern abgerubbelt. Dabei sollte der Hobby-Künstler aber behutsam vorgehen, damit er nicht versehentlich Farbe abreibt oder die Oberfläche des Malkartons beschädigt. An den Stellen, an denen der Kleber aufgetragen war, ist ein helles Muster entstanden. Dieses Muster kann der Hobby-Künstler nun betonen, indem er die Konturen mit einem schwarzen Stift nachfährt.

  1. Muster und Strukturen aus geschmolzenen Wachsmalkreiden

Wenn Wachsmalkreiden mit Wärme in Berührung kommen, schmelzen sie. Diesen Effekt kann der Hobby-Künstler nutzen, um interessante Bilder mit tollen Strukturen und beeindruckenden Farbverläufen zu kreieren. Benötigt dafür werden:

  • Leinwand oder eine Holzplatte als Malgrund
  • Wachsmalkreiden
  • Heißkleber
  • Haartrockner
  • Gel Medium
  • Zeitung oder Folie zum Schutz des Arbeitsbereichs

Bevor sich der Hobby-Künstler ans Werk macht, sollte er den Arbeitsplatz mit reichlich Zeitung oder Folie abdecken. Beim Schmelzen spritzen die Wachsmalkreiden nämlich recht stark. Zudem ist es ratsam, vorher auszuprobieren, wie gut die vorhandenen Wachsmalkreiden schmelzen. Je nach Zusammensetzung kann das Schmelzverhalten unterschiedlich ausfallen und durch den Test bekommt der Hobby-Künstler ein Gefühl für die richtige Vorgehensweise.

Für das Bild werden die Wachsmalkreiden mit Heißkleber auf dem Malgrund befestigt. Dabei können die Kreiden in einer Reihe oder wild verteilt über die ganze Fläche angeordnet werden. Je größer die verwendeten Stücke sind, desto mehr Farbe verteilt sich auf dem Malgrund. Ganze Kreiden füllen also den Malgrund aus, während kleine Reststücke für interessante Farbkleckse sorgen.

Sind die Kreiden auf dem Malgrund befestigt, kommt der Haartrockner zum Einsatz. Durch die warme Luft beginnen die Wachsmalkreiden, zu schmelzen und sich auf dem Malgrund zu verteilen. Dabei kann der Hobby-Künstler den Luftstrom nutzen, um die flüssige Wachskreide in die gewünschte Richtung zu lenken. Zudem muss er die Kreiden nicht komplett zum Schmelzen bringen. Interessante Strukturen ergeben sich nämlich auch dann, wenn der Hobby-Künstler kleine Kreidestückchen erhaben auf dem Malgrund stehen lässt. Ist alles fertig, wird das Kunstwerk mit Gel Medium überzogen. Durch das Gel Medium erhält die Oberfläche einen schönen, gleichmäßigen Glanz. Gleichzeitig sind die Farbschichten fixiert und können nicht mehr abplatzen.

  1. Kreative Bilder mit Gummis, Schwamm und Sprühfarben

So manches Bild sieht sehr aufwändig und eindrucksvoll aus, obwohl eine eigentlich sehr simple Maltechnik dahintersteckt. Dies trifft auch auf die folgende Idee zu. Für die Umsetzung werden

  • Leinwand oder Malkarton als Malgrund,
  • Acrylfarben,
  • Gel Medium,
  • Pinsel,
  • eine kleine Schüssel zum Anmischen der Farben
  • ein Schwamm und
  • Haushaltsgummis, Schnüre und/oder Bänder

benötigt. Zuerst werden die Gummis um den Malgrund gespannt. Dabei können sie in beliebiger Anordnung verlaufen, also mal waagerecht, mal senkrecht und mal diagonal. Anstelle oder zusätzlich zu den Haushaltsgummis können auch Schnüre und Bänder um den Malgrund gebunden werden.

Weiter geht es mit den Acrylfarben. Damit sie sich gut mit dem Schwamm auftupfen lassen, sollten sie etwas verdünnt werden. Dazu werden zwei Teile Gel Medium und ein Teil Wasser in einer kleinen Schüssel miteinander vermischt. Dazu kommen dann ungefähr zwei Teile Acrylfarbe.

Je weniger Acrylfarbe hinzugefügt wird, desto transparenter wird der Farbauftrag, während mehr Acrylfarbe für sattere Farben sorgt. Die Farbe wird nun mit einem Schwamm aufgenommen und über die Gummis hinweg auf den Malgrund aufgetupft. Dies wird dann mit zwei, drei weiteren Farben wiederholt. Anschließend kann das Bild noch mit ein paar Farbspritzern in kräftigen Farben ausgestaltet werden.

Dazu wird etwas Acrylfarbe auf einen Pinsel oder eine kleine Haushaltsbürste gegeben. Dann wird mit dem Finger über die Borsten gestrichen, wodurch die Farbe auf den Malgrund spritzt. Zum Schluss müssen nur noch die Gummis und Bänder entfernt werden. Dort sind nun weiße Linien zu sehen, die den Malgrund in verschiedene Felder aufteilen. Dadurch ist ein abstraktes Bild mit grafischem Muster entstanden.

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