Die Trocknungszeit von Acrylfarben verlängern – ein paar Tipps

Die Trocknungszeit von Acrylfarben verlängern – ein paar Tipps

Acrylfarben kennzeichnen sich nicht nur durch ihre Farbbrillanz, ihre unkomplizierte Handhabung und ihre Vielseitigkeit. Auch die kurze Trocknungszeit gehört zu ihren charakteristischen Merkmalen. Nun ist diese kurze Trocknungszeit auf der einen Seite natürlich ein großer Pluspunkt.

Anders als beispielsweise bei Ölfarben, die sehr langsam trocknen, kann der Künstler nämlich zügig und ohne lange Zwangspausen weiterarbeiten. Auf der anderen Seite kann die kurze Trocknungszeit aber auch ein großer Minuspunkt sein. Denn dem Künstler bleibt nicht viel Zeit, um Details auszuarbeiten, Farbverläufe anzulegen oder Korrekturen vorzunehmen. Doch es gibt Möglichkeiten, um das Trocknen hinauszuzögern.

 

Der folgende Beitrag verrät ein paar Tipps und Tricks,
wie sich die Trocknungszeit von Acrylfarben verlängern lässt:

 

Wie lange brauchen Acrylfarben zum Trocknen?

Die Trocknungszeit von Acrylfarben hängt von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit im Raum, vom Malgrund und von der Dicke des Farbauftrags ab. Beim Trocknen verdunstet die in den Farben enthaltene Feuchtigkeit und die kleinen Acrylkunststoffteilchen verbinden sich zu einem geschlossenen Farbfilm.

Malt der Künstler auf grundierter Leinwand, liegt die Dicke seiner Farbschichten im Millimeterbereich und herrscht ein typisches Raumklima mit einer Temperatur von gut 20 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit um die 50 Prozent, dauert es nur wenige Minuten, bis die Acrylfarben getrocknet sind.

Ändern sich die Bedingungen, verlängert sich auch die Trocknungszeit. Dabei gilt als Faustregel: Je kühler und feuchter es in dem Raum ist, desto länger brauchen die Acrylfarben zum Trocknen.

 

Wie kann die Trocknungszeit verlängert werden?

Eine einfache Möglichkeit, um die Trocknungszeit auf mehrere Stunden, mitunter sogar auf einige Tage zu verlängern, besteht darin, in einem kühlen Zimmer mit hoher Luftfeuchtigkeit zu arbeiten. Allerdings ist fraglich, ob der Maler tatsächlich Lust hat, sich in einen nasskalten Raum zu stellen, nur um länger an seinen Acrylbildern arbeiten zu können.

Auf einen sehr warmen Raum mit trockener Heizungsluft wird der Künstler zwar vielleicht noch verzichten und vermutlich wird er auch vom Malen in der prallen Sonne absehen. Ist es sehr frisch und feucht, kann das Malvergnügen aber schnell auf der Strecke bleiben. Also muss eine andere Lösung her.

 

Hierbei gibt es drei Möglichkeiten:

Den Malgrund befeuchten:

Bevor der Maler eine neue Farbe aufträgt, kann er den Malgrund leicht befeuchten. Dafür taucht er einen Pinsel in sauberes Wasser und streicht damit über die Stelle, die als nächstes bemalt werden soll. Auf dieser leicht benetzten Fläche kann der Künstler wie gewohnt malen, während sich die Trocknungszeit der Acrylfarben um ungefähr 10 bis 30 Minuten verlängert.

Ein schöner Nebeneffekt ist, dass sich sanfte Farbübergänge auf einem feuchten Malgrund besser anlegen lassen. Wichtig ist aber, den Malgrund wirklich nur sehr dünn mit Wasser zu benetzen, denn ein nasser Malgrund könnte dazu führen, dass die Farben unkontrolliert verlaufen.

 

Die Farbschichten feucht halten:

Um die Trocknung hinauszuzögern, kann der Maler auch die bereits aufgetragenen Farbschichten mit etwas Wasser feucht halten. Am besten verwendet er dafür eine Sprühflasche wie für Blumen oder einen Parfümzerstäuber mit einem möglichst feinen Sprühstrahl. Besprüht der Maler seine Farbflächen immer wieder mit Wasser, trocknen die Acrylfarben nicht. Auch hier sollte der Maler aber darauf achten, dass sich nur ein leichter Sprühnebel über die Farben legt. Zuviel Feuchtigkeit könnte ein Zerlaufen der Farben zur Folge haben.

 

Retarder verwenden:

Speziell für die Acrylmalerei gibt es Malmittel, die die Trocknungszeit verlängern. Im Künstlerbedarf sind sie unter Bezeichnungen wie Retarder, Trocknungsverzögerer oder Acrylverzögerer erhältlich. Fast jeder Acrylfarbenhersteller hat auch Retarder in seinem Sortiment. Da die Malmittel aber eine vergleichbare Zusammensetzung aus Alkoholen, Feuchthaltemitteln und Additiven aufweisen, ist es problemlos möglich, den Retarder eines Herstellers mit den Acrylfarben eines anderen Herstellers zu mischen.

Je nach Hersteller werden die Acrylfarben vor dem Auftrag auf der Malpalette im Verhältnis 1:1 oder 1:2 mit dem Malmittel angereichert. Im Ergebnis verlängert sich die Trocknungszeit um etwa 20 bis 50 Prozent. Durch die Zugabe des Malmittels lässt sich das Trocknungsverhalten der Acrylfarben also steuern. Generell empfiehlt es sich aber, einen Retarder eher sparsam zu dosieren und sich schrittweise an die richtige Menge heranzutasten.

Was die Zusammensetzung und die Wirkweise angeht, so sind die Retarder mit Glycerin vergleichbar. Einige Künstler greifen deshalb auf reines Glycerin (aus der Apotheke) als Trocknungsverzögerer zurück. Vor allem der noch eher unerfahrene Hobby-Maler wird mit den Malmitteln aus dem Künstlerbedarf aber wahrscheinlich besser zurechtkommen.

 

Wie lässt sich verhindern, dass die Farben schon auf der Palette trocknen?

Acrylfarben trocknen nicht nur auf dem Malgrund recht schnell, sondern auch auf der Malpalette. Um ein vorzeitiges Eintrocknen zu vermeiden, kann der Maler deshalb eine Malpalette mit Vertiefungen verwenden. Diese Paletten sind aus Kunststoff oder Porzellan erhältlich und speziell für flüssige Maltechniken konzipiert.

Da die Acrylfarben nicht in einer dünnen Schicht auf der Palette liegen, sondern in die Vertiefungen eingefüllt werden, trocknen sie weniger schnell. Der Nachteil an den Malpaletten ist aber, dass meist nur Farbe für eher kleine Flächen in die Vertiefungen passt. Braucht der Maler größere Mengen an Farbe, sind die Paletten recht unpraktisch, weil der Maler ständig nachfüllen muss.

Arbeitet der Maler mit Farbtönen, die er selbst angemischt hat, und braucht er davon größere Mengen für sein Bild, sind die Paletten kaum geeignet. Besser als eine Malpalette mit Vertiefungen ist es deshalb oft, wenn der Maler auf leere Behälter zurückgreift. Leerbehälter sind im Künstlerbedarf erhältlich. Kunststoffverpackungen, Aluschalen von großen Teelichtern, abgeschnittene Tetrapacks, ausgemusterte Plastikdosen und ähnliche Behälter aus dem Haushalt erfüllen aber den gleichen Zweck.

Möchte der Maler nicht auf eine Malpalette verzichten, kann er die Acrylfarben auf der Palette hin und wieder mit etwas Wasser besprühen. Eine andere Möglichkeit ist, ein feuchtes Schwammtuch oder mehrere Lagen Küchenpapier auf die Malpalette zu legen und das Ganze mit einem Stoffrest abzudecken. Auf dem Stoff lassen sich die Farben ähnlich gut mischen wie direkt auf der Malpalette, während die Unterlage und der Stoff regelmäßig befeuchtet werden können. Statt Stoff kann übrigens auch Backpapier als Träger für die Acrylfarben zum Einsatz kommen.

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