Übersicht: Grundausstattung für die Acrylmalerei

Übersicht: Grundausstattung für die Acrylmalerei

Acrylfarben machen optisch etwas her und sind gleichzeitig in der Handhabung vergleichsweise unkompliziert. Zudem können mit Acrylfarben die verschiedensten Maltechniken umgesetzt und die unterschiedlichsten Untergründe bemalt werden.

Übersicht Grundausstattung für die Acrylmalerei

Insofern ist die Acrylmalerei auch für Einsteiger bestens geeignet. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass nur recht wenige Utensilien erforderlich sind.

Im Laufe der Zeit wird die Ausstattung zwar sicherlich wachsen, für den Anfang hält sich der Bedarf aber in überschaubaren Grenzen. Entscheidend ist allerdings, dass der Hobbykünstler auf eine gute Qualität achtet.

Das heißt nicht, dass Farben, Pinsel und Malgrund in der teuersten Variante gekauft werden müssen. Das Hauptkriterium ist nicht der Preis, sondern die Qualität. Mit minderwertigem Malzubehör malt es sich einfach schwerer und das Ergebnis wird schlechter.

Aber was braucht der Hobbymaler denn überhaupt für ein Acrylbild?

Die folgende Übersicht stellt die Grundausstattung für die Acrylmalerei vor:

1. Acrylfarben

Für den Anfang reichen Acrylfarben in den Tönen Gelb, Blau, Rot, Weiß und Schwarz völlig aus. Aus diesen fünf Farbtönen lassen sich alle anderen Farben selbst anmischen. Weiß der Hobbymaler, wie sein späteres Bild aussehen soll, kann er sich die Acrylfarben aber natürlich auch gleich in den entsprechenden Farbtönen zulegen.

Damit spart er sich zum einen das Mischen und zum anderen kann er auf den exakt gleichen Farbton zurückgreifen, wenn er für eine Fläche doch mehr Farbe benötigt als gedacht.

Grundsätzlich ist es jedoch sinnvoller, wenige und dafür hochwertige Acrylfarben zu kaufen. Dabei gibt es Acrylfarben entweder in Studio- oder in Künstlerqualität.

Acrylfarben in Künstlerqualität sind sehr hochwertig und kennzeichnen sich durch ihre brillante Leuchtkraft. Acrylfarben in Studioqualität müssen aber nicht zwangsläufig schlechter sein.

Für Anfänger und Hobbymaler reicht die günstigere Studioqualität deshalb vollkommen aus. Beim Kauf der Farben sollte der Hobbymaler vor allem auf die Lichtechtheit der Farbpigmente achten. Die Lichtechtheit ist durch Sternchen gekennzeichnet.

Je nach Hersteller stehen dabei drei oder fünf Sterne für die höchste Lichtechtheit. Je lichtechter die Farbpigmente sind, desto länger bleiben die Farb- und die Leuchtkraft erhalten.

Übersicht Grundausstattung für die Acrylmalerei (1)

2. Pinsel

Als Grundausstattung genügen drei Flachpinsel aus Kunsthaar in den Größen 4, 8 und 20. Kunsthaarpinsel sind für die Acrylmalerei besser geeignet als Naturhaarpinsel. Dies liegt daran, dass Acrylfarben Kunststofffarben sind.

Die ähnliche Oberflächenbeschaffenheit der beiden Kunststoffe führt dazu, dass Kunsthaarpinsel die Acrylfarben besser aufnehmen können als Naturhaarpinsel.

Besonders gut geeignet sind Pinsel mit dem feinen, weichen, rotbraunen Kunsthaar namens Taklon. Dieses Kunsthaar bietet sehr gute Maleigenschaften und ist zudem vergleichsweise kostengünstig.

Was die Pinselform angeht, so sind Flachpinsel die beste Wahl. Anders als Spezialpinsel wie beispielsweise Fächer-, Schlepper- oder Katzenzungenpinsel sind Flachpinsel universell einsetzbar. Ob die Wahl auf Pinsel mit langen oder mit kurzen Stielen fällt, hängt von den Vorlieben des Hobbymalers ab.

Für feine Details sollte sich der Hobbymaler noch einen kleinen Rundpinsel und für sehr große Farbflächen einen herkömmlichen Malerpinsel oder eine Lackierrolle zulegen. Damit ist die Grundausstattung in Sachen Pinsel für die Acrylmalerei komplett.

Damit die Pinsel möglichst lange halten, sollten sie nach dem Gebrauch immer sorgfältig gereinigt werden:

Dazu werden die Pinsel mit lauwarmem Wasser und etwas Seife ausgewaschen und danach zum Trocknen mit dem Stiel nach unten in ein Gefäß gestellt. So ist sichergestellt, dass minimale Farbreste die Pinselspitze nicht verkleben und die Pinselhaare nicht verbogen oder abgeknickt werden.

Acrylmalerei

3. Malgrund

Acrylfarben stellen keine besonderen Ansprüche an den Malgrund. Ein Acrylbild kann somit auf fast jedem Untergrund entstehen, der fest und fettfrei ist.

Bei Malgründen wie Holz-, Stein-, Kunststoff- oder Glasplatten kann eine Grundierung sinnvoll sein.

Grundsätzlich kommen Acrylfarben aber auch ohne eine Grundierung aus. Für den Anfang ist der Hobbymaler mit vorgrundierter und gebrauchsfertig auf Keilrahmen aufgespannter Leinwand oder Malkarton am besten beraten.

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Keilrahmen Leinwand

4. Acrylbinder

Acrylbinder ist im Prinzip eine Acrylfarbe ohne Farbpigmente. Er setzt sich aus Reinacrylat und Wasser zusammen. In Acrylfarben dient Acrylbinder als Bindemittel. In der Acrylmalerei ist der Acrylbinder ein kleines Multitalent, das für verschiedenste Zwecke verwendet werden kann.

So eignet sich Acrylbinder hervorragend als Grundierung und auch als Zwischenfirnis. Daneben können mittels Acrylbinder und Farbpigmenten eigene Acrylfarben angemischt werden.

Stark verdünnte Acrylfarben für Lasuren und Aquarellmaltechniken erhalten durch Acrylbinder eine intensivere Farbbrillanz und eine bessere Haftung am Malgrund. Außerdem ist Acrylbinder ein idealer Klebstoff für beispielsweise Collagen.

5. Kohle- oder Aquarellstift

Um das Acrylbild zu skizzieren, bieten sich ein Kohle- oder ein Aquarellstift an. Beide sind nicht mehr zu sehen, wenn mit Acrylfarbe darüber gemalt wird.

Bleistift ist für eine Skizze nicht unbedingt geeignet, denn die Linien bleiben auch nach mehreren Farbschichten noch deutlich sichtbar.

Eine andere, wenn auch etwas anspruchsvollere Möglichkeit ist, die Skizze direkt mit Acrylfarben oder mit Aquarell-, Gouache-, Tempera- oder Dispersionsfarbe anzulegen.

Acrylmalerei Spachtel

6. Weitere Mal- und Hilfsmittel

Mit Acrylfarben, ein paar Pinseln, dem Malgrund und eventuell Acrylbinder sowie einem Kohlestift ist die Grundausstattung komplett. Mehr braucht es für ein Acrylbild nicht. Allerdings kann der Hobbymaler selbstverständlich auf weitere Mal- und Hilfsmittel zurückgreifen.

So kann er beispielsweise mit Strukturpasten, Strukturgelen oder Sand arbeiten, um besondere Effekte zu erzielen. Statt mit dem Pinsel kann er mit Messern, Gabeln, Bürsten, Kämmen, Schwämmen und anderen Haushaltsgegenständen malen.

Eine Palette und eine Staffelei machen das Malen komfortabler. Für den Anfang leisten ein ausgemusterter Teller oder eine kleine Holzplatte als Palettenersatz aber genauso gute Dienste.

  1. Grundierung richtig wählen: Gesso vs. Acrylbinder

Gesso (Acrylkreide-Grundierung) schließt Poren, macht den Untergrund griffig und verhindert, dass Farbe „einsackt“. Ideal für Leinwand, Malkarton und Holz.

Acrylbinder ist hingegen eine klare Grundierung, die staubende oder leicht saugende Oberflächen bindet (z. B. rohes Holz, Pappe) und Lasuren haftstärker macht.

Praxis-Tipp: Für Leinwand/Keilrahmen genügt meist 1–2 Schichten Gesso. Für glatte, nicht saugende Flächen (Kunststoff, Glas) zuerst fein anschleifen, dann Klargrundierung mit Acrylbinder oder Haftgrund verwenden.

  1. Acryl-Medien (Mediums): Kleine Flaschen, große Kontrolle

  • Retarder (Trocknungsverzögerer): Verlängert die offene Zeit. Perfekt, wenn du langsam arbeitest oder Farbübergänge weich verblenden willst. Dosierung sparsam (einige Tropfen genügen).
  • Fließverbesserer (Flow Improver): Reduziert Oberflächenspannung. Für gleichmäßige Linien, Lettering, Details und dünnflüssige Lasuren.
  • Glanz-/Matt-Medium: Steuert Oberflächenoptik und Transparenz ohne die Farbe zu „verwässern“. Glanz intensiviert Tiefe, Matt reduziert Reflexe.
  • Gel-Medien (soft/regular/heavy): Erhöhen Viskosität für Impasto-Effekte, halten Pinselstrukturen sichtbar.
  • Modellier-/Strukturpasten: Für Relief, Sand- und Betonoptik. Erst trocknen lassen, dann übermalen.

Merke: Medium statt Wasser, wenn Transparenz oder Verlauf gewünscht ist, aber Bindemittelstärke erhalten bleiben soll.

  1. Palette, Wasser & Farbmischung: So bleibt alles kontrollierbar

  • Nasspalette: Spart Farbe und hält Acryl länger offen. Backpapier auf feuchtem Schwammtuch in einer flachen Box – fertig ist die DIY-Lösung.
  • Zwei-Gläser-Methode: Ein Glas zum Auswaschen, eines zum Klarspülen. So bleiben Farben sauber und Pinselspitzen in Form.
  • Primärfarben-Alternative (CMY): Ein Set aus Cyan (PB15:3/Phthalo Blue), Magenta (PR122/Quinacridone), Gelb (z. B. Hansa Yellow) plus Titanweiß deckt Mischfarben brillanter ab als das klassische Blau-Rot-Gelb. Schwarz ist optional – für Nuancen genügt oft ein komplementäres Mischen.
  • Deckkraft steuern: Weiß hellt auf, nimmt aber Leuchtkraft. Für transparente Lasuren lieber mit Medium verdünnen statt nur mit Wasser.

Nasspalette

  1. Werkzeuge, die den Einstieg leichter machen

  • Malmesser/Spachtel: Für pastose Flächen, saubere Kanten, schnelles Mischen auf der Palette und „Scraping“-Effekte.
  • Sprühflasche (Feinnebel): Hält die Palette anfeuchtbar, verhindert Hautbildung auf der Farbe.
  • Malerkrepp/Maskierband: Für klare Kanten, Formfelder, Horizonlinien. Vor dem Abziehen immer schräg abziehen.
  • Lappen/Haushaltsrolle & alte Tücher: Zum Abtupfen, Korrigieren, Trockenbürsten.
  • Schutzunterlage & Kittel/Schürze: Spart Nerven beim Aufräumen.
  1. Malgründe im Detail: Papier, Leinwand, Holz

Papier für Acryl (≥ 300 g/m²): Verzugsarm, ideal für Studien und Skizzen. Spiralblöcke lassen sich flach aufschlagen – praktisch am Tisch.

Leinwand auf Keilrahmen: Klassiker mit elastischer Oberfläche; schon vorgrundiert erhältlich. Keile halten, wenn später nachgespannt werden soll.

Holz-/MDF-Paneele: Sehr stabil und plan, ideal für feine Details. Kanten versiegeln (z. B. mit Acrylbinder) und zweifach gessieren.

  1. Trocknung & Schichten: Lasur oder Impasto – du bestimmst den Rhythmus

Acryl trocknet „außen“ schnell, durchtrocknet aber je nach Schichtdicke später. Für Lasuren (transparent, mehr Tiefe) in dünnen Schichten arbeiten und Zwischenpause einplanen.

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Für Impasto (pastos, sichtbar strukturiert) mit Gel-Medium oder Heavy Body arbeiten.

Föhn? Wenn, dann kalt und mit Abstand – Hitze kann Risse und Glanzunterschiede verursachen.

  1. Firnisse: Zwischenfirnis vs. Schlussfirnis

  • Zwischenfirnis: Dünner Schutzfilm während des Malprozesses (z. B. Acrylbinder dünn). Gut bei längeren Projekten und vielen Schichten.
  • Schlussfirnis (matt, seidenmatt, glänzend): Vereinheitlicht den Glanz und schützt vor Staub/UV. Ausreichend Trocknungszeit der Malerei abwarten und auf Teststück prüfen. Sprühfirnisse nur in gut belüfteten Räumen oder im Freien verwenden.
  1. Pinselpflege, die wirklich hält

Farbreste sofort mit lauwarmem Wasser und milder Seife ausarbeiten – vom Metall zur Spitze massieren. Kein heißes Wasser, das kann Bindemittel aufweichen und Borsten schädigen. Zum Trocknen hängen oder flach legen, nicht auf der Spitze stehen lassen.

  1. Arbeitsplatz & Sicherheit: Clever und entspannt malen

Acrylfarben sind wasserverdünnbar und in der Regel lösemittelfrei. Bei Sprays, Fixativen oder Firnissen für Belüftung sorgen. Farben kindersicher lagern.

Umwelt-Tipp: Keine pastosen Reste in den Abfluss geben.

Wasser stehen lassen, Feststoffe absetzen, Schlamm über den Restmüll entsorgen, klaren Überstand erst dann wegschütten. Paletten mit Papier abziehen oder mit Lappen auswischen.

Möchtes du die vollständig in die Acrylmalerei einarbeiten, nutze gerne unsere Seite mit vielen Anleitungen, Tipps und Ratgebern: 

acrylbilder-acrylmalerei.de

  1. Kompakte Starterliste (zum Abhaken)

  • Acrylfarben: Gelb, Blau, Rot, Weiß, Schwarz oder CMY + Weiß (später erweitern: Ocker, Umbra, ein warmes/kaltes Rot & Blau).
  • Pinsel: Flach 4/8/20 (Taklon), 1 kleiner Rundpinsel für Details; optional: Filbert/Katzenzunge.
  • Malmesser/Spachtel: 1 mittelgroßes.
  • Malgrund: Vorgessierte Leinwand/Keilrahmen oder Acrylpapier ≥ 300 g/m².
  • Grundierung: Gesso; alternativ Acrylbinder als Klargrund.
  • Medien: Retarder (klein), Fließverbesserer, Glanz- oder Matt-Medium (je nach gewünschter Optik).
  • Palette: Nasspalette (DIY) oder stabiler Teller + Backpapier.
  • Wasserbehälter: 2 Stück.
  • Hilfsmittel: Sprühflasche, Malerkrepp, Lappen/Haushaltsrolle, Schutzunterlage, Schürze.
  • Finish: Schlussfirnis (matt/seidenmatt/glänzend) – erst nach vollständiger Durchtrocknung anwenden.

Bonus: Farbmischen ohne Frust – drei schnelle Regeln

  1. Weniger ist mehr: Mit 2–3 Grundtönen + Weiß übst du Kontrolle und verstehst Nuancen.
  2. Schwarz sparsam: Dunkelheiten lieber komplementär mischen (z. B. Rot + Grün), das bleibt lebendiger.
  3. Transparenz bewusst nutzen: Für Lasuren Medium verwenden – nicht nur Wasser.

Mehr Tipps, Kunst und Ratgeber:

Thema: Übersicht – Grundausstattung für die Acrylmalerei

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Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin, Mitinhaberin Koozal Galerie & Möbel und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan Mitinhaber Koozal Galerie & Möbel, (RZA) Kunstmaler und Betreiber diverser Kunstportale, schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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