Malen mit Schablonen, 1. Teil

Malen mit Schablonen, 1. Teil

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um ein Motiv zu gestalten. So kann das Motiv frei Hand gemalt und ausgearbeitet werden. Ebenso ist möglich, erst eine Skizze anzufertigen, die Skizze dann als Vorzeichnung auf den Bildträger zu übertragen und das Motiv schließlich auszumalen.

Eine weitere Technik ist das Malen mit Schablonen. Dabei können die Muster und Motive, die sich aus den Schablonen ergeben, das eigentliche und alleinige Hauptmotiv bilden. Die Kombination mehrerer Techniken ist aber genauso möglich. So kann ein eindrucksvolles Bild entstehen, wenn beispielsweise erst der Hintergrund angelegt und mittels Schablone dann das Motiv als Highlight aufgemalt wird.

Aber wie funktioniert das Malen mit Schablonen? Der folgende Beitrag erklärt in zwei Teilen, wie mit Schablonen gearbeitet wird und worauf es zu achten gilt.

Malen mit Schablonen – die Schablonen

Schablonen gibt es in verschiedensten Ausführungen fertig zu kaufen. Die Palette reicht von kleinen bis hin zu großen Motiven und von Bordüren und Mustern über Ornamente bis hin zu Schriften und bildlichen Motiven. Wer es individueller mag, kann sich seine Schablonen aber problemlos auch selbst anfertigen. Dabei eignen sich verschiedene Materialien für die Schablonen.

Die einfachste Variante sind Schablonen aus dickerem Papier, Backpapier oder Pappe. Diese Materialien sind sehr kostengünstig erhältlich und lassen sich gut bearbeiten. Allerdings sind die Schablonen meist nur für einen oder sehr wenige Einsätze geeignet, denn die Farben dringen in das Material ein.

Zudem muss beim Zuschneiden darauf geachtet werden, dass sich keine Falten und Knicke bilden. Ein ideales Material für Schablonen ist Acetatfolie. Acetatfolie ist durchsichtig, elastisch und robust. Die Transparenz der Folie bietet den Vorteil, dass ein Motiv durch erneutes Anlegen von Schablonen aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt werden kann.

Da die Folie elastisch ist, kann sie auch auf gewölbten Oberflächen sicher fixiert werden. Zudem lässt sich die Folie gut säubern und so etliche Male einsetzen. Daneben ist im Fachhandel spezielle Schablonenfolie erhältlich. Diese Folie ist oft mit einem Raster ausgestattet, was das Skizzieren und Übertragen von Motiven erleichtert.

Zudem haftet die Schablonenfolie auf bestimmten Untergründen. Dadurch muss die Schablone nicht mehr zusätzlich fixiert werden und die Gefahr, dass Farbe unter die Schablone läuft, ist recht gering.

Malen mit Schablonen – das Anfertigen einer Schablone

Um eine eigene Schablone anzufertigen, wird das gewünschte Motiv auf das Trägermaterial aufgemalt oder aufgedruckt. Anschließend werden die Innenflächen des Motivs ausgeschnitten. Wichtig ist, dass das Trägermaterial auf einer ebenen Arbeitsfläche aufliegt.

Gute Dienste leisten beispielsweise eine Glasplatte oder ein ausgemustertes Zeichenbrett. Eine Arbeitsfläche mit einer unregelmäßigen Oberfläche ist deshalb nicht gut geeignet, weil das Schneidwerkzeug die Unregelmäßigkeiten übertragen oder abrutschen könnte. Die Folge wären unsaubere Schnitte. Als Schneidwerkzeug eignet sich ein Teppichmesser oder ein Skalpell am besten.

Die Klinge sollte glatt und schmal sein. Das Schneidwerkzeug wird wie ein Stift gehalten und in Richtung Körper über die Schnittkante gezogen. Dabei wird die Schablone mit der anderen Hand immer wieder ein Stück gedreht. Dadurch kann eine Innenfläche am Stück ausgeschnitten werden, ohne dass das Schneidwerkzeug abgesetzt und neu angesetzt werden muss.

Schnitzer, Kratzer und unsaubere, fransige Schnittkanten lassen sich auf diese Weise verhindern. Sollte sich irgendwo doch ein kleiner Fehler eingeschlichen haben, kann er repariert werden, indem auf beiden Seiten der Schablone ein Stück Klebeband aufgeklebt wird.

Nach und nach werden so alle Innenflächen des Motivs ausgeschnitten. Zur Orientierung: Alle Flächen, die aus der Schablone herausgetrennt werden, ergeben später das sichtbare Motiv.

Malen mit Schablonen – die Farben

Grundsätzlich sind für das Schablonieren alle Farbsorten geeignet, die eine festere Konsistenz haben. Mit sehr dünnflüssigen Farben funktioniert das Schablonieren nicht, weil die Farben vermutlich unter die Schablone laufen würden. Welche Farbsorte die beste Wahl ist, hängt aber natürlich auch vom Bildträger ab.

Insgesamt haben sich vor allem folgende Farbsorten für das Malen mit Schablonen bewährt:

  • Acrylfarben sind am vielseitigsten verwendbar, weil sie auf fast jeden Untergrund aufgebracht werden können. Die kurze Trocknungszeit ist ein weiterer, großer Pluspunkt. Außerdem sind Acrylfarben in unzähligen Farbtönen erhältlich, lassen sich untereinander mischen und kommen ohne eine vorherige Grundierung des Malgrunds aus. Die Farben leuchten intensiv und kräftig. Lediglich auf glänzenden Oberflächen kommen Acrylfarben nicht unbedingt zur Geltung. Beim Schablonieren mit Acrylfarben werden die Farben so verwendet, wie sie aus der Tube oder Flasche kommen.
  • Emulsionsfarben sind ähnlich unkompliziert in der Handhabung wie Acrylfarben und können ebenfalls auf vielen Malgründen genutzt werden. Nach dem Trocknen der Farbe sollte die Malerei aber unbedingt mit einer Schicht Klarlack versiegelt werden.
  • Spezielle Schablonenfarben sind meist auf Ölbasis hergestellt. Sie werden auch in Form von Malstiften angeboten, wodurch die Handhabung recht einfach wird.
  • Textilfarben bieten sich an, wenn der Bildträger aus einem textilen Gewebe besteht. Sie sind als gebrauchsfertige Farben für den Auftrag mit dem Pinsel, als Farbpulver zum Selbstanrühren, in Form von Malstiften, als Sprays und in gelartigen Konsistenzen erhältlich. Fast alle Textilfarben eignen sich für das Malen mit Schablonen. Um die Konturen zu betonen, können die Linien mit Gutta nachgearbeitet werden. Möglich ist auch, andersherum zu arbeiten. Dabei werden zuerst die Ränder der Innenflächen mit Gutta eingezeichnet. Anschließend werden die Farbflächen ausgemalt. Durch das Gutta sinkt die Gefahr, dass die Farben über die Ränder der jeweiligen Fläche hinaus verlaufen oder unter die Schablone geraten.

Sprühlacke und andere Sprühfarben kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn in der Airbrush-Technik gearbeitet wird. Wichtig hierbei ist, dass die Düse einen kontrollierten Farbauftrag ermöglicht. Kommt die Farbe mit zuviel Druck aus der Dose oder Spritzpistole, besteht die Gefahr, dass sich unschöne Flecken oder Farbnasen bilden. Zudem könnte die überschüssige Farbe unter die Schablone laufen.

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