Was bedeutet Lichtechtheit bei Acrylfarben?

Was bedeutet Lichtechtheit bei Acrylfarben?

Verglichen mit anderen Farbsorten, haben Acrylfarben einige Pluspunkte zu bieten. So können Acrylfarben auf fast jeden Malgrund aufgebracht werden und in vielen Fällen ist dabei noch nicht einmal eine Grundierung notwendig. Auch maltechnisch machen Acrylfarben fast alles mit. Hauchdünne, nahezu transparente Farbaufträge sind genauso möglich wie dicke, aufgespachtelte Farbschichten.

Um neue Farbtöne zu kreieren, können Acrylfarben miteinander gemischt werden. Hinzugefügte Malmittel verändern die Konsistenz oder erzeugen besondere Effekte, während einfaches Wasser ausreicht, um die Farben zu verdünnen. Acrylfarben neigen nicht zu Rissen und trocknen wasserfest auf. Außerdem sind die Farben fast geruchsneutral, was das Arbeiten in geschlossenen Räumen angenehm macht. Eine Besonderheit ist die sehr kurze Trocknungszeit.

Dies kann ein Vorteil sein, weil so kaum Wartezeiten entstehen. Andererseits ist der Zeitraum, in dem Ausgestaltungen und Korrekturen an einzelnen Farbschichten vorgenommen werden können, entsprechend kurz. Mithilfe entsprechender Malmittel oder durch das Befeuchten des Malgrunds lässt sich die Trocknungszeit aber hinauszögern.

Acrylfarben werden in Studio- und in Künstlerqualität angeboten. Künstleracrylfarben sind etwas hochwertiger als Farben in Studioqualität, dafür aber auch teurer. Sehr gute Farben gibt es allerdings in beiden Qualitäten und gerade im Hobby-Bereich dürfte die Studioqualität meist ausreichen. Entscheidend ist zudem oft weniger die Farbsorte als solches, sondern vor allem die Lichtechtheit.

Je höher die Lichtechtheit ist, desto länger bleiben die volle Leuchtkraft und Farbintensität erhalten. Aus diesem Grund wird in Ratgebern regelmäßig darauf hingewiesen, dass die Lichtecht ein wichtiges Auswahlkriterium beim Farbenkauf sein sollte.

 

Aber was hat es mit dieser Lichtechtheit überhaupt auf sich?:

 

Was bedeutet Lichtechtheit bei Acrylfarben?

Die Lichtechtheit ist die Eigenschaft, die darüber bestimmt ist, ob und wie schnell Farben verblassen. Hintergrund hierfür ist, das Licht und dabei vor allem die UV-Strahlung des Sonnenlichts die Oberflächenbeschaffenheit einer Farbe verändert. Konkret setzt die Lichteinstrahlung die chemische Zersetzung der Farbe in Gang. Die Folge davon ist, dass sich der Farbton zuerst verändert und anschließend immer blasser wird. Je höher die Lichtechtheit einer Farbe ist, desto besser hält sie den Einflüssen durch die Lichteinstrahlung stand. Andersherum heißt das, dass die Farbe umso länger kräftig leuchtet, je lichtechter sie ist.

In der Malerei spielt die Lichtechtheit der Acrylfarben eine wichtige Rolle. Immerhin möchte der Künstler ja, dass sein Kunstwerk auch nach vielen Jahren noch in seiner vollen Pracht erstrahlt. Aber auch bei eingefärbten Textilien, Möbeln und anderen farbigen Oberflächen ist die Lichtechtheit von Bedeutung, denn ausgebleichte Stellen sehen einfach nicht ansprechend aus.

 

Wie wird die Lichtechtheit gemessen?

Um zu ermitteln, wie lichtecht Farben sind, wird eine Skala verwendet. Diese Skala, die auch Wollskala genannt wird, wurde ursprünglich für Textilfarben erarbeitet und umfasst acht Stufen. Den Ausgangspunkt für die Messung bilden Wollfäden, die in der jeweiligen Skalastufe eingefärbt werden.

Anschließend werden die Wollfäden als Referenzobjekte zusammen mit dem Prüfobjekt, dessen Lichtechtheit ermittelt werden soll, der Lichteinstrahlung ausgesetzt. Während der Test läuft, wird der Farbton des Prüfobjekts ständig mit den Farbtönen der Wollfäden abgeglichen.

Der Zeitraum, in dem das Prüfobjekt der Lichteinstrahlung standhält, ohne seine Farbe zu verändern oder auszubleichen, verdoppelt sich ungefähr mit jeder Skalastufe, die erreicht wird. Dabei sind die Lichtechtheitsgrade einer Farbe gemäß Wollskala in der DIN Norm 53952 definiert.

 

Daraus ergeben sich folgende Beschreibungen:

 

Skalawert Lichtechtheit
1 sehr gering
2 gering
3 mäßig
4 ziemlich gut
5 gut
6 sehr gut
7 vorzüglich
8 hervorragend

 

Zur Orientierung: Eine Lichtechtheit der Stufe 7 bedeutet, dass eine Farbe in unseren Breitengraden ungefähr ein Jahr lang der Lichteinstrahlung draußen ausgesetzt werden kann, ohne dass sich der Farbton oder die Farbintensität verändern.

Farben mit anorganischen Farbpigmenten erreichen bei Tests fast immer die Skalastufe 7, viele schneiden sogar noch besser ab als Stufe 8. Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, die Wollskala um zwei Stufen zu erweitern. Dabei sollten die Skalawerte 9 = vollkommen lichtecht und 10 = absolut lichtecht präzisere Informationen über die Lichtechtheit ermöglichen.

Wie erfolgt die Angabe der Lichtechtheit bei Acrylfarben?

Bei Acrylfarben wird der Grad der Lichtechtheit meist nicht anhand der Werte aus der Wollskala angegeben. Stattdessen kommt hier eine Skala mit Sternchen zum Einsatz. Viele Hersteller verwenden bei ihren Acrylfarben dabei ein System aus fünf Sternchen, wobei die Sternchen für folgende Lichtechtheitsgrade stehen:

 

1 Stern * gering lichtbeständig
2 Sterne ** bedingt lichtbeständig
3 Sterne *** lichtbeständig
4 Sterne **** hoch lichtbeständig
5 Sterne ***** höchst lichtbeständig

 

Dieses System wird sowohl bei Acrylfarben in Studioqualität als auch bei Künstleracrylfarben verwendet. Einige Hersteller arbeiten aber auch mit einem System aus nur drei Sternchen. In diesem Fall steht ein Sternchen für eine geringe Lichtechtheit, zwei Sterne bedeuten eine mittlere Lichtbeständigkeit und drei Sterne weisen auf eine sehr hohe Lichtechtheit hin.

Die Sternchen sind meist direkt auf der Farbtube oder -flasche aufgedruckt. Findet sich hier keine Angabe und ist auch auf einer eventuellen Zusatzverpackung nichts zur Lichtechtheit angegeben, heißt das, dass die Farbe nicht lichtbeständig ist.

Extra-Tipp: ein Schlussfirnis für die Leuchtkraft

Acrylfarben kennzeichnen sich zwar durch ihre Farbintensität und ihre ausgeprägte Leuchtkraft. Allerdings weisen Acrylfarben auch einen leicht matten Kunststoffglanz auf. Er kann den Anschein erwecken, dass die Acrylfarben nicht so richtig strahlend leuchten.

Abhilfe kann hier ein Schlussfirnis schaffen, der auf das fertige Bild aufgetragen wird. Die Leuchtkraft wird dabei umso mehr verstärkt, je höher der Glanzgrad ist. Ein hoher Glanzgrad kann allerdings auch für störende Spiegelungen sorgen. Empfehlenswert ist deshalb ein Firnis mit einem mittleren Glanzgrad. Dadurch erhöht sich die Leuchtkraft der Farben und die Malerei ist mit einer Schutzschicht versiegelt, ohne dass die Gefahr von unschönen Glanzlichtern besteht.

 

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