Wie lange sind Künstlerfarben haltbar?

Wie lange sind Künstlerfarben haltbar?

Wer häufig malt, sammelt im Laufe der Zeit eine beachtliche Menge an Farben an. Einige Tuben, Flaschen oder Näpfchen sind bereits angebrochen, andere Gebinde noch verschlossen. Aber: Wie lange halten Künstlerfarben eigentlich?

Wer Bilder malen möchte, braucht neben dem Malgrund und Malwerkzeugen natürlich auch Farben. Und weil ein Bild eher selten nur mit einer Farbe gemalt wird und zudem nicht jeder Künstler Lust hat, alle Farbtöne aus ein paar wenigen Grundfarben selbst anzumischen, kommt im Laufe der Zeit oft eine beachtliche Sammlung an Farben zusammen.

Hinzu kommt, dass ein Künstler oft nicht nur mit einer Farbsorte arbeitet. Stattdessen probiert er immer wieder auch andere Farbarten aus oder kombiniert verschiedene Farbsorten in Mischtechniken miteinander. Doch spätestens beim Blick auf die Farbensammlung stellt sich mitunter die Frage: Wie lange sind Künstlerfarben haltbar?

Diese Frage beantwortet der folgende Beitrag:

 

Grundsätzliches zur Haltbarkeit von Künstlerfarben

Wie lange Künstlerfarben haltbar sind, lässt sich pauschal kaum sagen. Denn zum einen hängt die Haltbarkeit vom Produkt selbst ab. Einige Farbsorten können länger gelagert und verarbeitet werden, andere Farbarten sind nicht so lange haltbar.

Zum anderen wirken sich äußere Faktoren auf die Haltbarkeit aus. Um eine Orientierungshilfe zu bieten, geben die Hersteller auf den Verpackungen die Mindesthaltbarkeit an. Bei richtiger Lagerung sind die Farben aber wesentlich länger haltbar.

Dabei gelten für die Lagerung selbst folgende grundsätzliche Tipps:

  • Die Farbgebinde sollten nach jedem Gebrauch gut verschlossen werden.
  • Damit der Verschluss nicht festklebt, sollte der Hals mit einem Tuch gesäubert werden. Ein späteres Öffnen der Tube oder Flasche wird so deutlich leichter.
  • Farben mögen es insgesamt lieber kühl. In der Sonne oder direkt neben einem Heizkörper sollten sie also nicht aufbewahrt werden. Denn neben Wärme kann auch extrem trockene Luft die Haltbarkeit verkürzen.
  • Solange Künstlerfarben weich sind, auf Druck nachgeben, mit dem Pinsel aufgenommen und verteilt werden können und die Fingerspitze bei Berührung einfärben, können sie in aller Regel verwendet werden. Trotzdem sollte der Künstler zuvor einen kleinen Test mit den Farben durchführen. Denn eine lange Lagerung kann die maltechnischen Eigenschaften und die Trocknungszeit verändern.

 

Die Haltbarkeit von Pastellfarben

Pastellkreiden und Pastellstifte bestehen im Prinzip nur aus Farbpigmenten. Werden Pastellfarben trocken aufbewahrt, beispielsweise in einem Holzkästchen, sind sie deshalb praktisch unbegrenzt haltbar. Bei Pastellbildern ist das aber anders.

Denn bei Malereien mit Pastellfarben liegen die Farbpigmente nur lose auf dem Papier auf. Eine Fixierung kann hier Abhilfe schaffen, auch wenn die Farbpigmente dadurch dunkler wirken.

 

Die Haltbarkeit von Aquarellfarben

Aquarellfarben sind Farben auf Wasserbasis. Ihre Haltbarkeit geben die Hersteller meist mit etwa fünf Jahren an. Bei Aquarellfarben in Tuben ist es wichtig, den Schraubverschluss gründlich zu reinigen. Andernfalls schließt die Tube nicht richtig und die Farbe trocknet schneller ein.

Aquarellfarbe aus der Tube, die schon eingetrocknet ist, lässt sich oft mit Wasser retten. Durch das Wasser löst sich die Farbe wieder an und kann dann weiterverwendet werden. Was die Haltbarkeit angeht, sind feste Aquarellfarben in Näpfchen den Tubenaquarellfarben aber klar überlegen. Dabei ist jedoch wichtig, dass in den Farbnäpfchen kein Wasser stehen bleibt und die Näpfchen auch erst dann verschlossen werden, wenn die Farben abgetrocknet sind.

Was für Aquarellfarben gilt, gilt ebenso für Gouache- und Temperafarben.

 

Die Haltbarkeit von Acrylfarben

Die Wasserbasis der Acrylfarben begrenzt ihre Haltbarkeit auf etwa fünf Jahre. Damit die Acrylfarben möglichst lange halten, sollten sie in einem eher kühlen Raum mit etwas höherer Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden.

Direkte Sonne und trockene Heizungsluft lässt die Farben schneller kaputtgehen. Auf der anderen Seite dürfen Acrylfarben aber auch keinen Frost abbekommen. Zudem ist wichtig, die Farbbehälter ordentlich zu reinigen und gut zu verschließen. Selbst angemischte Farbreste können in leeren Plastikflaschen, Schraubgläsern oder Plastikdosen aufbewahrt werden. Insgesamt halten Acrylfarben, die recht flüssig eingestellt sind, länger als Acrylfarben mit festerer Konsistent in Metall- oder Plastiktuben.

Wenn eine Acrylfarbe allmählich verdirbt, wird sie zunehmend trocken und fest. Ihre Konsistenz ähnelt dann ungefähr Knete und beim Berühren mit dem Finger färbt die Acrylfarbe kaum noch ab. In diesem Stadium lässt sich die Farbe noch retten.

Dazu wird sie in eine Schale gegeben und mit reichlich Wasser vermischt. Daneben ist möglich, die Farbe mit etwas Acrylbinder anzureichern, um so die Haftung der verdünnten Farbe zu verbessern. Mit Wasser aufgearbeitete Acrylfarbe muss aber innerhalb von wenigen Tagen verbraucht werden. Andernfalls kippt das Wasser um und wird faul. Ist eine Acrylfarbe komplett eingetrocknet, ist sie nicht mehr zu verwenden. Dann bleibt nur noch, die Farbe zu entsorgen.

 

Die Haltbarkeit von Ölfarben

Ölfarben sind Farben auf Ölbasis. Dabei sorgt der Ölgehalt dafür, dass die Farben viele Jahre lang haltbar sind und vermalt werden können. Aber auch bei Ölfarben ist wichtig, dass die Gebinde an den Verschlüssen sauber und die Gebinde selbst luftdicht verschlossen und intakt sind.

Bei größeren Gebinden mit einer entsprechend großen Farboberfläche kommt es recht häufig vor, dass sich eine Ölschicht an der Oberfläche absetzt oder dass sich eine Farbhaut bildet. In diesem Fall sollte der Künstler das überschüssige Öl mit einem Stück Küchenrolle aufsaugen oder die Farbhaut abnehmen und die Farbe vor dem Vermalen gut durchrühren.

Um zu vermeiden, dass sich erneut Öl absetzt oder eine Farbhaut bildet, ist es ratsam, größere Farboberflächen mit einer Schicht Frischhaltefolie abzudecken, bevor das Gebinde verschlossen wird. Eine Lagerung über viele Jahre kann sich außerdem auf die Trocknungszeit der Ölfarben auswirken. Bevor sich der Künstler ans Werk macht, sollte er deshalb sicherheitshalber ausprobieren, wie sich die älteren Ölfarben bei der jeweiligen Maltechnik verhalten.

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