Die Bedeutung und Herkunft der 5 Hauptfarben

Die Bedeutung und Herkunft der 5 Hauptfarben

Während Farben in der Tier- und Pflanzenwelt teils überlebenswichtige Funktionen haben, nutzt sie der Mensch vor allem als Zierde und als Schmuck. So wären beispielsweise die Kunst oder die Mode ohne Farben undenkbar. Aber auch in der Kulturgeschichte spielen Farben eine überaus wichtige Rolle, denn hinter jeder Farbe steht eine eigene Symbolik.

Die folgende Übersicht erklärt die Bedeutung und die Herkunft der fünf Hauptfarben:

Die Farbe Gelb

In China war die Farbe Gelb einst die Farbe des Kaisers und der Mönche. Dem Volk war es nicht gestattet, gelbe Gewänder zu tragen. Die Farbe wurde aus Safran gewonnen. Da für 100 Gramm Safran etwa 8.000 Krokusblüten notwendig sind, war und ist Safran entsprechend kostbar und teuer. Andererseits hat Safran eine äußerst intensive Färbekraft.

Der Farbstoff Crocin entsteht, wenn die getrockneten Safranfäden mit Wasser vermischt werden. Ein einziger Safranfaden reicht dabei aus, um viele Liter Wasser gelblich einzufärben. Als kostengünstige Alternativen zum Safran wurden später die Resedapflanze und die Gelbwurz zu Rohstoffen für gelbe Farbe.

Gelb galt lange Zeit als die Farbe der Liebe. Später symbolisierte Gelb aber auch die Wolllust. Im Mittelalter erklärte der Klerus Gelb deshalb zur Farbe der Prostituierten, die fortan einen gelben Gürtel tragen oder sich mit einem anderen gelben Gegenstand zu erkennen geben mussten. Im Laufe der Zeit wurde das Image der Farbe immer schlechter.

So wurde der Verräter Judas in einem gelben Mantel dargestellt und Juden mussten im 12. Jahrhundert einen gelben Hut tragen. Die Nationalsozialisten griffen dies durch den gelben Judasstern wieder auf. Außerdem zogen Redewendungen wie gelb vor Neid oder (gelbe) Galle spucken in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Inzwischen hat die Farbe Gelb ihren schlechten Ruf abgelegt. Heute ist Gelb die Farbe der Sonne und steht für Fröhlichkeit, aber auch für Reife und Erkenntnis.

Die Farbe Grün

Die Bezeichnung Grün geht auf das germanische Wort ghro zurück und bedeutet soviel wie wachsen oder gedeihen. In der Zeit der Minnesänger war Grün die Farbe der Liebe. Junge, ledige Frauen trugen damals grüne Kleider, um möglichen Verehrern zu signalisieren, dass sich ihr Werben lohnen könnte. In Korea gehört bis heute ein grünes Tuch zur Ausstattung der Braut, das sie einerseits als frisch Vermählte ausweisen und ihr andererseits Fruchtbarkeit bescheren soll.

Die Kirche konnte sich mit der Farbe Grün zunächst aber nicht so richtig anfreunden und vermutete hinter dem Symbol der Fruchtbarkeit etwas Anrüchiges. Deshalb propagierte sie, dass der Teufel einen grünen Rock trägt, wenn er auf Seelenjagd geht. Außerdem gab es das Schweinfurter Grün, das aus Grünspan und Arsen bestand und so den Beinamen Giftgrün erhielt.

Trotzdem konnte sich die Farbe Grün mit positiver Bedeutung durchsetzen. Grün steht für Hoffnung, Wachstum, Erneuerung und Fruchtbarkeit. Auch in der Kirche ist die Farbe Grün inzwischen positiv besetzt. So endet beispielsweise die Fastenzeit am Gründonnerstag und grünes Gemüse, das am letzten Tag der Fastenzeit auf den Tisch kommt, symbolisiert den Erlass der Sünden.

Die Farbe Rot

Rot ist die Farbe des Feuers, der Leidenschaft, der Liebe und des Blutes. Gott soll Adam aus roter Erde geformt haben, rotes Bettzeug soll vor Krankheiten schützen und Schmuck mit blutroten Rubinen soll Unheil abwenden. In China tragen Bräute rote Brautkleider, um ihre Weiblichkeit zu unterstreichen und sich eine glückliche Ehe zu sichern.

Auch hierzulande wurde bis in 18. Jahrhundert hinein in Rot geheiratet. Viele Naturvölker glaubten, dass die Farbe Rot böse Mächte fernhält und wer in die Schlacht zog, badete seine Waffe zuvor in rotem Blut. Rot steht aber auch für Macht. Deshalb trugen früher die Henker rote Roben, denn schließlich waren sie es, die über Leben und Tod entschieden. Auch heute noch tragen die höchsten Richter am Bundesverfassungsgericht rote Talare.

Auf der anderen Seite steht Rot für Gefahr. Menschen mit roten Haaren wurden im Mittelalter für Hexen gehalten, die Farbe Rot wurde dem Teufel zugeschrieben und dem roten Fuchs traute niemand so richtig über den Weg. In der Tierwelt ist Rot eine Signalfarbe, die zur Abschreckung dienen oder bei der Balz Aufmerksamkeit erregen soll. Im Alltag soll die Farbe Rot ebenfalls zu umsichtigen Verhalten mahnen oder auf Gefahren hinweisen. Deshalb sind beispielsweise Alarmknöpfe, Stoppschilder und Bremslichter rot.

Die Natur liefert viele Materialien, aus denen rote Farbe gewonnen werden kann. Hierzu gehören unter anderem Eisenoxid, Rötel, Zinnober, Ton, Henna oder die Schildlaus.

Die Farbe Blau

Blau gilt als die Farbe der Götter. Immerhin ist der unendlich blaue Himmel der Sitz der Götter. Schon in Persien, bei den alten Ägyptern und im antiken Babylonien wurden die Götter immer mit blauen Gewändern dargstellt. In Indien haben Götter eine blaue Haut, ein blauer Elefant steht für Erleuchtung und im Hinduismus gibt es die Vorstellung, dass die Welt als blaues Licht begann.

Die Gottesmutter Maria trägt auf den meisten Bildern einen blauen Mantel und auch in der Märchenwelt sind die guten Gestalten meist in Blau gekleidet. Nicht zu vergessen ist Wasser, das als lebenswichtiges Element in den verschiedensten Blautönen vorkommt. Im Alltag erinnert das Blaulicht von Einsatz- und Rettungsfahrzeugen daran, dass Hilfe naht.

Neben Unendlichkeit, Hoffnung und Hilfe symbolisiert Blau aber auch Tiefe und Treue. Deshalb gibt es die Bräuche, dass ein Verlobungsring mit einem blauen Saphir verziert und eine Braut etwas Blaues tragen sollte.

In der Natur gibt es nicht allzu viele Lieferanten für blaue Farbpigmente. Zu ihnen gehören Indigo, Lapislazuli und Färberwaid.

Die Farbe Purpur

Die edle, rotviolette Farbe hat schon seit jeher nur eine Bedeutung, nämlich Macht. Könige und Kaiser trugen purpurrote Gewänder und der römische Kaiser Nero stellte jedem die Todesstrafe in Aussicht, der es wagen sollte, sich in dieser Farbe zu kleiden.

Papst Paul II. führte 1468 purpurrote Röcke für seine Kardinale ein. Dabei sollte die Farbe symbolisieren, dass die Kardinäle treu hinter ihrem Papst standen und schlimmstenfalls auch ihr Blut für ihn vergießen würden. Außerdem sollten sich die Kardinäle als Mitglieder des Heiligen Kollegiums so für jeden ersichtlich von den übrigen Geistlichen abgrenzen.

Echter Purpur lässt sich durch nichts ersetzen. Den Farbstoff liefert die Purpurschnecke. Er ist in einem Sekret enthalten, der aber erst dann aus der Drüse fließt, wenn das Gehäuse geöffnet wurde. Früher wurden die Schnecken deshalb zerstampft, ein paar Tage lang in Salz eingelegt und schließlich zusammen mit Urin ausgekocht.

Das Sekret der Purpurschnecke ist zunächst durchsichtig, erst durch Luft und Licht nimmt es allmählich seine Farbe an. Auch Stoffe, die mit Purpur gefärbt wurden, waren erst gelb und verwandelten sich dann über grün und blau in purpurrot.

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