Kunst richtig fotografieren – 6 Tipps

Kunst richtig fotografieren – 6 Tipps

Ob für Kunstportale, die eigene Webseite samt Online-Shop, um die eigene Sammlung zu katalogisieren oder um die Arbeiten in den sozialen Medien zu teilen: Es kann immer mal wieder notwendig sein, Bilder und Gemälde zu fotografieren. Dabei ist die Qualität der Fotos genauso wichtig wie das Bild selbst.

Kunst richtig fotografieren - 6 Tipps

Denn auch das schönste Gemälde kommt einfach nicht zur Geltung, wenn es schlecht fotografiert ist. Doch gerade im Internet haben Betrachter eben nur das Foto zur Verfügung. Das Bild im Original sehen sie nicht.

Natürlich wird ein Künstler eher selten ein professioneller Fotograf sein. Und meist wird er keine Profi-Ausstattung haben. Aber das ist auch gar nicht notwendig. Gewusst wie, entstehen nämlich auch mit einer ganz normalen Kamera und sogar mit dem Smartphone tolle Fotos.

Hier sind sechs Tipps für das richtige Fotografieren von Kunst!:

Tipp Nr. 1: Für ein gutes Licht sorgen.

Das Licht gehört zu den Grundvoraussetzungen, um Kunstwerke optimal in Szene zu setzen. Dabei ist das natürliche Tageslicht als Lichtquelle kaum zu toppen.

Hat der Künstler die Möglichkeit, seine Kunst draußen zu fotografieren, sollte er das ruhig tun. Denn eine bessere Beleuchtung wird er nirgends finden. Wichtig ist dann nur, dass die natürliche Lichtquelle indirekt strahlt. Der Künstler sollte sein Bild also nicht so aufstellen, dass die Sonne direkt auf die Leinwand scheint. Das würde nämlich dazu führen, dass das Gemälde überbeleuchtet ist oder unschöne Schatten und Lichtspiegelungen auftauchen.

Fotografiert der Künstler seine Arbeiten drinnen, ist wichtig, dass es in dem Raum hell genug ist. Hier hat es sich bewährt, wenn der Künstler sein Bild so positioniert, dass es im 45-Grad-Winkel zu einem Fenster steht.

In einem Raum, in dem es keine Fenster gibt oder das natürliche Licht nicht ausreicht, sollte sich der Künstler mit Lampen behelfen. Dabei ist es aber nicht notwendig, dass er gleich in eine professionelle Studiobeleuchtung investiert.

Es genügt, wenn er zwei Lampen verwendet, die er rechts und links neben dem Gemälde aufstellt. Auch hier ist wieder wichtig, dass die Lampen das Bild nur indirekt beleuchten. Zudem sollten sich die beiden Lichter möglichst nicht vermischen.

Tipp Nr. 2: Den Blitz ausschalten.

Jede Kamera arbeitet mit einer Art Mini-Taschenlampe. Im Automatikmodus blinkt sie, um dann durch den Blitz ungünstige Lichtverhältnisse auszugleichen.

Bei Fotos, die abends, nachts oder in eher dunklen Räumen entstehen, ist der Blitz auch durchaus sinnvoll und notwendig. Sonst wäre auf den Fotos nämlich kaum etwas zu erkennen.

Beim Fotografieren von Kunst ist der Blitz aber hinderlich. Denn er sorgt dafür, dass auf dem Foto ein heller Fleck entsteht. Vor allem bei insgesamt eher dunklen Gemälden oder auf dunkleren Farbflächen machen sich die Lichtspiegelungen unschön bemerkbar. Wenn der Künstler seine Arbeiten fotografiert, sollte er den Blitz also auf jeden Fall ausschalten.

Tipp Nr. 3: Das Gemälde gerade und flächig fotografieren.

Beim Fotografieren sollte der Künstler seine Kamera möglichst parallel zum Gemälde halten. Das Objektiv sollte gerade sein und mittig auf das Bild zeigen. Andernfalls erscheint das Gemälde auf dem Foto möglicherweise verzerrt.

An dieser Stelle macht sich ein Stativ bezahlt. Nachdem der Künstler sein Kunstwerk auf einer Staffelei platziert oder an die Wand gehängt hat, kann er das Stativ samt Kamera parallel zum Gemälde ausrichten.

Anschließend kann er den Zoom nutzen, um das Gemälde heranzuholen. Generell sollte das Bild das Display möglichst ausfüllen. Dadurch fotografiert der Künstler nämlich nicht nur sein gesamtes Bild. Sondern er nutzt dabei auch die volle Auflösung der Kamera aus.

Aber nicht immer hat ein Zoom eine gute Qualität. Das ist dann der Fall, wenn es gar kein echter Zoom ist, sondern das Bild beim Heranholen lediglich in größere Pixel aufgelöst wird. In diesem Fall sollte der Künstler auf diese Funktion verzichten und stattdessen einfach näher an das Bild herantreten.

Tipp Nr. 4: Einen neutralen Hintergrund wählen.

Der Hauptdarsteller auf dem Foto ist das Kunstwerk. Deshalb sollte sich der Hintergrund zurückhalten. Es muss zwar nicht unbedingt eine weiße oder schwarze Wand sein. Auch eine farbige Wand kann dazu beitragen, das Kunstwerk optimal in Szene zu setzen.

Doch auch wenn das Gemälde fast den gesamten Raum auf dem Foto ausfüllt, wird es oft zumindest einen kleinen Rand geben. Und eben dieser Rand sollte nicht vom Bild ablenken oder ihm gar die Show stehlen, indem er die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Vielmehr sollte der Künstler den Hintergrund wie ein Passepartout behandeln, das dem Bild gerade den richtigen Rahmen gibt.

Tipp Nr. 5: Die ISO-Empfindlichkeit niedrig einstellen.

Sind die Lichtverhältnisse nicht optimal, stellt eine Kamera im Automatikmodus eine höhere ISO-Empfindlichkeit ein. Die Folge davon kann aber ein unschöner Farbrausch sein.

Um das Kunstwerk rauschfrei abzulichten, sollte der Künstler den ISO-Wert deshalb möglichst niedrig einstellen. Bei den meisten Kameras liegt die Mindestempfindlichkeit bei ISO 100. Dieser Basiswert reicht oft aus. Optimal ist außerdem ein zeitversetzter Auslöser. So lässt sich Unschärfe vermeiden.

Generell sollte der Künstler aber mit verschiedenen Einstellungen experimentieren. Im Laufe der Zeit wird er dann herausfinden, wann er mit welchen Einstellungen das beste Ergebnis erzielt.

Tipp Nr. 6: Die Fotos nachbearbeiten.

Damit die Aufnahmen den letzten Feinschliff bekommen, sollte sie der Künstler mit einem Bildbearbeitungsprogramm optimieren. Damit er kann zum Beispiel ein Foto zuschneiden, Helligkeit und Kontrast einstellen, die Sättigung der Farben verändern oder mit Lichteffekten spielen.

Das Ziel ist, dass das Gemälde auf dem Foto praktisch genauso aussieht wie im Original. Auf Filter sollte der Künstler aber verzichten. Denn sie verfälschen das Bild zu sehr.

Mit welchem Bildbearbeitungsprogramm der Künstler arbeitet, bleibt seinem Geschmack überlassen. Es gibt eine Reihe von sehr guten Programmen. Einige davon sind kostenpflichtig, andere gibt es kostenfrei. Hier muss der Künstler einfach testen, welche Software ihm am besten liegt.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan (RZA) Kunstmaler und Inhaber diverser Kunstportale schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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