Anleitung: eigene Acrylfarben herstellen

Anleitung: eigene Acrylfarben herstellen

 

Acrylfarben sind in verschiedenen Qualitäten, in unterschiedlichen Preisklassen und in einer riesigen Farbpalette erhältlich. Da die Farben miteinander gemischt werden können, ist es aber gar nicht notwendig, sich gleich ein großes Farbsortiment zuzulegen.

Stattdessen reichen die Grundfarben aus, denn damit kann der Hobby-Künstler eigene Farbmischungen in fast allen Farbtönen kreieren. Werden die Acrylfarben dann noch mit Wasser, diversen Malmitteln, Strukturpasten oder Sand angereichert, lassen sich die Konsistenzen auf die bevorzugte Maltechnik abstimmen und besondere Effekte erzielen.

Trotzdem kann es sich lohnen, seine Acrylfarben einfach mal selbst herzustellen. Die Qualität wird zwar nicht so fein sein wie bei industriell gefertigten Acrylfarben. Dafür verleihen die selbsthergestellten Farben dem Bild eine ganz besondere, sehr individuelle Note.

Der interessante Schimmer, der durch die Körnigkeit der Farben entsteht, und die wunderbare Leuchtkraft sind zwei weitere Argumente, die fürs Selbermachen sprechen. Im Unterschied zu beispielsweise Ölfarben ist es zudem überhaupt nicht schwer oder aufwändig, eigene Acrylfarben herzustellen.

 

Wie es geht, erklärt die folgende Anleitung:

 

Eigene Acrylfarben herzustellen – das wird benötigt

  • Farbpigmente
  • Acrylbinder
  • Wasser
  • bei organischen Farbpigmenten eventuell Spiritus
  • Gefäß zum Anrühren der Farbe
  • verschließbare Gefäße zum Aufbewahren der Farbe
  • Rührwerkzeug, z.B. Holzlöffel

 

 

Eigene Acrylfarben herstellen – so wird’s gemacht

Selbst hergestellte Acrylfarben bestehen aus drei Grundzutaten, nämlich Farbpigmenten, Acrylbinder und Wasser. In welchem Verhältnis die Zutaten miteinander vermischt werden müssen, hängt vom Acrylbinder ab. Auf der Verpackung ist das genaue Rezept dafür angegeben. Üblich ist aber eine Mischung aus einem Teil Acrylbinder und zwei Teilen Farbbrei.

Ein höherer Anteil an Acrylbinder schadet der Farbe auf keinen Fall. Wird hingegen zu wenig Acrylbinder verwendet, haftet die Farbe nicht gut auf dem Malgrund und trocknet vor allem nicht wasserfest auf. Im Zweifel ist etwas mehr Acrylbinder also besser als zu wenig.

 

Das Herstellen der Farben gliedert sich in zwei Schritte und geht so:

 

  1. Schritt: den Farbteig ansetzen

Zuerst wird aus Wasser und den Farbpigmenten ein Farbbrei angesetzt. Dafür wird etwas Wasser in ein Gefäß gefüllt. In das Wasser wird dann ungefähr die doppelte Menge Farbpigmente gegeben. Dabei sollten die Farbpigmente behutsam in das Gefäß geschüttet werden, damit sie nicht als große Staubwolke durch die Luft wirbeln. Das Wasser und die Farbpigmente werden anschließend sorgfältig zu einem Farbbrei verrührt.

Dieser Vorgang wird auch als Einsumpfen bezeichnet. Wichtig ist, dass die Farbpigmente vollständig mit Wasser benetzt sind. Es sollten also nirgends trockene Pulvernester vorhanden sein. Pigmente, die sich nicht mit dem Wasser verbinden, verbleiben später als lose Pigmente in der Farbe und haften nicht richtig auf dem Malgrund.

Es gibt Farbpigmente, die sich nicht richtig mit dem Wasser verbinden wollen. Dies betrifft vor allem organische Pigmente. Hier kann es helfen, dem Farbbrei ein paar Spritzer Spiritus hinzuzufügen. Meist lassen sich die Farbpigmente so dann besser benetzen.

Der fertig angesetzte Farbteig sollte nun 24 Stunden lang ruhen. Dadurch haben die Farbpigmente und das Wasser ausreichend Zeit, um sich optimal miteinander zu verbinden.

 

  1. Schritt: den Farbteig mit Acrylbinder vermischen

Hat sich der Farbteig gesetzt, wird Acrylbinder hinzugefügt. Wichtig hierbei ist, den Acrylbinder sorgfältig mit dem Farbbrei zu vermischen, bis eine homogene Acrylfarbe entstanden ist.

Die selbstgemachte Acrylfarbe ist damit auch schon fertig. Sie kann nun direkt vermalt werden. Daneben ist möglich, die Farbe, genauso wie handelsübliche Acrylfarbe, mit Wasser zu verdünnen, mit Malmitteln zu verdicken oder mit weiteren Zutaten für besondere Effekte anzureichern. Um die Farbe aufzubewahren, wird sie in einen leeren Behälter oder eine Tube eingefüllt und gut verschlossen.

 

Extra-Tipp: Naturfarben aus Sand oder Erde

Als Ergänzung zu den Acrylfarben kann der Hobby-Künstler wunderbare Farben in Naturtönen aus Erde oder Sand herstellen. Bei Spaziergängen durch Wälder und Parkanlagen, über Felder oder auch auf Baustellen kann er dazu verschiedene Erd- und Sandsorten zusammensammeln.

So mancher Hobby-Künstler wird erstaunt sein, wie viele unterschiedliche Farbtöne dabei zusammenkommen werden. Mit der Erde oder dem Sand ist die wichtigste Zutat für die Farben vorhanden. Als weitere Zutaten kommen dann noch ein Kleister auf Cellulose-Basis in Pulverform und Wasser dazu.

 

Das Anmischen der Farben geht so:

  • Als erstes muss die Erde oder der Sand trocknen. Dafür wird das Naturmaterial auf Zeitungspapier oder Küchenkrepp ausgebreitet. Größere Steine, Aststückchen oder Blätter werden entfernt. Ist die Erde oder der Sand getrocknet, wird das Material erst durch ein grobmaschiges und anschließend noch einmal durch ein feinmaschiges Sieb gegeben. Dadurch ist ein gleichmäßig feines Farbpulver vorhanden.
  • Für eine Farbe werden drei Teelöffel Erde oder Sand zusammen mit einem gehäuften Teelöffel Kleister und einer Tasse Wasser in einen Topf gegeben. Die Zutaten werden dann erst gut miteinander verrührt und anschließend unter Rühren langsam erhitzt. Die Mischung muss einmal aufkochen. Damit ist die Naturfarbe fertig.

Die fertige Farbe muss komplett abkühlen, danach kann sie vermalt werden. Um die Farbe aufzubewahren, sollte sie ein verschließbares Gefäß umgefüllt werden.

 

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