Basisanleitung für ein Gouache Bild

Basisanleitung für ein Gouache Bild

Mit Begriffen wie Aquarell-, Öl- oder Acrylmalerei können die meisten etwas anfangen. Die Gouache Malerei hingegen ist weniger bekannt. Dabei kann das Malen mit diesen Farben eine echte Alternative zu den gängigen Farbsorten und Maltechniken sein.

Doch was ist Gouache überhaupt? Der folgende Ratgeber erklärt, was es mit der Gouache Malerei auf sich hat, was die Farben auszeichnet und wie ein Gouache Bild entsteht:  

 

Die Gouache Malerei

Die Gouache Malerei bezeichnet eine Maltechnik, die mithilfe von Gouachefarben umgesetzt wird. Gouachefarben gehören in die Gruppe der Wasserfarben. Sie bestehen im Wesentlichen aus Farbpigmenten und Bindemitteln. Als Bindemittel wird meist Gummi Arabicum verwendet. Angereichert werden die Farben durch Kreide, Titanweiß oder ähnliche Streckmittel. Dadurch erhalten die Farben zum einen ihre dickflüssige Konsistenz und zum anderen ihre Deckkraft.

Gouachefarben leuchten nicht so intensiv wie Aquarellfarben und die Farbtöne sind nicht so kräftig wie bei Acryl- oder Ölfarben. Stattdessen sorgen Gouachefarben für sanfte und dezente Farbflächen und samtig-matte Oberflächen.

Dabei können die Farben sowohl als wässrige Lösungen als auch in pastoser Konsistenz vermalt werden. Typisch für die Gouache Malerei ist aber, dass die Farben in mehreren feinen, manchmal fast transparenten und manchmal satt deckenden Farbschichten übereinandergelegt werden.

 

Die Techniken bei der Gouache Malerei

Verglichen mit der Aquarell- oder der Ölmalerei stellt die Gouache Malerei weit weniger hohe Anforderungen an den Künstler. Vielmehr ist sie ähnlich unkompliziert wie die Acrylmalerei.

Daher ist die Gouache Malerei durchaus für Anfänger geeignet und kann auch mit Kindern sehr gut umgesetzt werden. Was die Techniken angeht, so kennt die Gouache Malerei vier grundlegende Varianten des Farbauftrags:

 

  • Nass auf nass: Bei dieser Maltechnik wird die Farbe auf den stark befeuchteten Malgrund oder eine noch nasse Farbfläche aufgetragen. In der Folge verschwimmt die Farbe und es entstehen Farbflächen mit verwaschenem Charakter. Die Technik eignet sich vor allem für die Gestaltung des Hintergrunds und für größere Farbflächen.

 

  • Nass auf trocken: Wird nass auf trocken gemalt, wird die wässrige Farbe auf den trockenen Malgrund aufgetragen. Auf diese Weise werden Lasuren angelegt. Daneben kann die Technik umgesetzt werden, indem mit einem nassen, sauberen Pinsel über trockene Flächen gemalt wird. Die Farbe löst sich dadurch etwas an und kann dann wie gewünscht verwischt werden.

 

  • Trocken auf nass: Eine andere Möglichkeit, Lasuren anzulegen, besteht darin, pastose Farbe mit fast trockenem Pinsel auf den nassen Malgrund aufzutragen. Auch hier verschwimmt die Farbe, allerdings ist der Effekt nicht so ausgeprägt, wie wenn nass auf nass gemalt wird.

 

  • Trocken auf trocken: Bei dieser Technik wird die eher pastose Farbe mit recht trockenem Pinsel auf den trockenen Malgrund aufgetragen. Das Ergebnis sind scharf abgegrenzte Farbflächen mit exakten Konturen.

 

  • Auf einem Bild können die vier Grundtechniken beliebig miteinander kombiniert werden. Dadurch ergibt sich eine große Bandbreite an Effekten und Darstellungsmöglichkeiten. Sehr beliebt ist es auch, die Gouache Malerei mit der Aquarellmalerei zu verbinden, etwa wenn es darum geht, feinere Details auszuarbeiten oder die Leuchtkraft einer Farbfläche zu verstärken.

 

Die Grundausstattung für die Gouache Malerei

Um in die Gouache Malerei einsteigen zu können, werden im Wesentlichen drei Dinge benötigt. Dies sind die Farben, der Malgrund und die Pinsel:

  • Gouachefarben sind einzeln in Tuben erhältlich. Möchte der Hobby-Künstler verschiedene Farbtöne nicht selbst anmischen, kann er auf ein Set zurückgreifen. Mit einem Set, das zwölf bis 18 verschiedene Farben enthält, ist er für den Anfang bestens ausgestattet. Vor allem bei der Farbe Weiß ist es aber ratsam, auf eine gute Qualität zu achten. Weiß wird in der Gouache Malerei nämlich sowohl als eigenständige Farbe als auch zum Aufhellen anderer Farben verwendet. Eine Farbe in minderwertiger Qualität könnte nicht nur die Farbwirkung nachteilig verändern, sondern auch recht schnell vergilben.

 

  • Als Malgrund wird in der Gouache Malerei meist Aquarellpapier oder Zeichenkarton verwendet. Auch mit Strukturpapier lassen sich tolle Ergebnisse erzielen.

 

  • Was die Pinsel angeht, so sollte sich der Hobby-Künstler zum einen runde Aquarellpinsel und zum anderen flache Borstenpinsel zulegen. Je zwei Pinsel in verschiedenen Stärken reichen für den Anfang aber aus.

 

Eine Basisanleitung für ein Gouache Bild

Wie überall in der Kunst gibt es keinen festen, streng verbindlichen Weg. Vielmehr entwickelt jeder Künstler seine eigene Art und Weise, um seine Arbeiten anzufertigen und seine Ideen umzusetzen. Die folgende Anleitung ist deshalb in erster Linie als Anregung gedacht und beschreibt eine Möglichkeit, wie ein Gouache Bild entstehen kann. Dabei gliedert sich der Prozess in vier Schritte:

 

  1. Schritt: die Skizze und die Untermalung

Den Anfang macht das Skizzieren des Motivs auf dem Malgrund. Dafür wird das Motiv in groben Zügen mit einem weichen Bleistift vorgezeichnet. Besonders vorsichtig muss der Hobby-Künstler hierbei nicht sein und es macht auch nichts, wenn er die eine oder andere Linie zuviel aufzeichnet. Die Vorzeichnung wird später nämlich ohnehin unter den Farbschichten verschwinden.

Ist die Skizze angelegt, folgt die Untermalung. Dabei wird die gesamte Bildfläche zügig und mit breiten Pinselstrichen in einem Braunton übermalt. Je nach Motiv und gewünschter Farbwirkung kann sich der Braunton dabei auf der gesamten Bandbreite zwischen einem hellen Ocker und einem dunklen Braun bewegen. Die Untermalung wird aber nicht deckend, sondern nur als Lasur aufgebracht. Ihre Funktion besteht nämlich darin, einen Mittelton anzulegen. Von diesem Mittelton aus wird anschließend nach hell oder dunkel weitergearbeitet.

Nach der Untermalung muss das Bild trocknen. Dafür wird der Malgrund zwischen zwei saubere und trockene Bögen Papier gelegt, in Zeitung eingeschlagen und mit einer Holz-, Glas- oder Kunststoffplatte abgedeckt. Das ganze Gebilde wird dann noch mit Gewichten beschwert. So wird der Malgrund nun 24 Stunden lang getrocknet und gepresst.

 

  1. Schritt: das Anlegen der Farbflächen

Im zweiten Schritt werden die Farbflächen grob angelegt. Auch jetzt wird die Farbe großflächig und lasierend aufgetragen. Es geht noch nicht darum, Details auszuarbeiten. Stattdessen wird in dieser Phase das Grundgerüst des Bildes gestaltet. Wichtig ist aber, nicht mit der Farbe zu sparen. Wird zu wenig Gouachefarbe auf den Malgrund aufgebracht, könnte sich das Papier leicht anlösen. Die Folge wären unschöne Schnipselchen, die in den Farbflächen kleben bleiben und der Farbfläche eine Struktur verleihen, die an Schleifpapier erinnert.

Die Farbflächen als solches werden meist von dunkel nach hell gemalt. Begonnen wird also mit den dunkelsten Farbtönen und die folgenden Farbschichten werden zunehmend heller. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Farbflächen, die sehr dunkel sein sollen, auch tatsächlich einen gleichmäßig dunklen Farbton erhalten. Würde andersherum gearbeitet, könnte es passieren, dass sich in einer als dunkel geplanten Farbfläche Spuren heller Farbe finden. Eine Ausnahme gilt aber dann, wenn die Farbflächen nicht deckend sein sollen, sondern die Farben nur als Lasuren aufgetragen werden. In diesem Fall muss von hell nach dunkel gearbeitet werden. Helle Lasuren auf dunklen Flächen wären nämlich kaum oder gar nicht sichtbar.

Sind die Farbflächen grob angelegt, muss das Bild erneut gepresst und getrocknet werden.

 

  1. Schritt: die Lichter und die Schatten

Auf den grob angelegten Farbflächen werden nun die dunklen und die hellen Bereiche vorbereitet. Um satte, tiefdunkle Flächen zu erzielen, wird jedoch nicht mit reinem Schwarz gearbeitet. Stattdessen werden tiefdunkle Flächen angelegt, indem Faschschichten aus Rot, Grün und Blau übereinandergeschichtet und direkt auf dem Papier miteinander vermischt werden. Dabei können die einzelnen Farbtöne abgedunkelt werden, indem etwas Schwarz hinzugefügt wird. Helle Bereiche werden angelegt, indem die jeweiligen Farbtöne mit Weiß aufgehellt werden.

Auch nach diesem Schritt wird das Bild wieder gepresst und getrocknet.

 

  1. Schritt: das Ausarbeiten der Farbflächen und der Details

Erst jetzt beginnt das eigentliche Gestalten des Bildes. Die vorhergehenden Arbeitsschritte dienten vielmehr dazu, das Grundgerüst anzulegen und das Bildmotiv vorzubereiten. Um sanfte Übergänge zwischen den einzelnen Farben zu schaffen, kann ein sauberer Pinsel angefeuchtet und über die Flächen geführt werden. Die Farben lösen sich dadurch an und können ineinandergezogen werden.

Wichtig ist dabei aber, den Pinsel immer wieder sorgfältig auszuwaschen oder mit mehreren Pinseln und stets sauberem Wasser zu arbeiten. Durch das Vermischen verlieren die Farben nämlich an Leuchtkraft und können so schnell zu grau und zu stumpf wirken. Um einzelnen Bildpartien besonders viel Leuchtkraft zu verleihen, kann auch eine Lasur aus Aquarellfarben darüber gelegt werden. Mit einem feinen Pinsel und eher pastosen Farben werden außerdem die Feinheiten und kleinen Details gemalt.

Insgesamt kann beim Malen mit Gouache nicht allzu viel schiefgehen. Da die Farben wasserlöslich sind, können problemlos Korrekturen vorgenommen werden. Ansonsten kann eine weniger geglückte Farbfläche auch deckend übermalt werden. Wichtig zu beachten ist nur, dass Gouachefarben im feuchten Zustand dunkler und kräftiger aussehen als nach dem Trocknen. Im trockenen Zustand werden sie heller und blasser.

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