Infos und Tipps zum Mischen von Acrylfarben

Infos und Tipps zum Mischen von Acrylfarben

Acrylfarben können als leichte, fast transparente Farbschichten aufgetragen, direkt aus der Tube vermalt oder in dicken Schichten mit ausgeprägten Strukturen auf den Malgrund aufgespachtelt werden. Auch was den Malgrund angeht, stellen Acrylfarben keine großen Ansprüche. Selbst auf eine Grundierung kann meist verzichtet werden.

Die recht kurze Trocknungszeit und die intensive Leuchtkraft sind weitere Pluspunkte, die für Acrylfarben sprechen. Kein Wunder also, dass Acrylfarben sowohl unter Malanfängern als auch unter gestandenen Künstlern sehr beliebt sind. Nun wird ein Acrylbild aber eher selten nur mit einer einzigen Farbe gemalt.

Stattdessen werden Acrylfarben in verschiedenen Farbtönen und Farbabstufungen miteinander kombiniert. Dafür wiederum steht im Handel eine riesige Palette an Farbtönen zur Verfügung. Doch genauso ist es möglich, eigene Farbtöne zu kreieren.

 

Wie es geht und worauf es beim Mischen von Acrylfarben zu achten gilt,
erklären die folgenden Infos und Tipps:

 

Das Mischen von Acrylfarben

Acrylfarben sind unkompliziert in der Handhabung und das gilt auch für das Mischen. Um einen neuen Farbton anzulegen, können die Acrylfarben nämlich einfach miteinander verrührt werden. Allerdings ist ratsam, den zweiten Farbton schrittweise beizumischen. Dadurch lässt sich das Ergebnis der Farbmischung besser abschätzen. Außerdem sollten für den neuen Farbton nicht zu viele verschiedene Acrylfarben verwendet werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der neue Farbton gräulich-braun, matt und dumpf wirkt.

Wasser lässt Acrylfarben geschmeidiger werden. Bevor die Farben miteinander vermischt werden, ist es deshalb ratsam, den Pinsel in sauberes Wasser zu tauchen. Mit einem feuchten Pinsel lassen sich die Farben einfacher mischen und später auch besser auf dem Malgrund verteilen. Auf die Konsistenz der Farben hat der angefeuchtete Pinsel als Rührwerkzeug keinen Einfluss.

In größeren Mengen kommt Wasser aber dann zum Einsatz, wenn die Acrylfarben verdünnt werden sollen. Damit die Lasuren gut auf dem Malgrund haften, sollten sehr dünnflüssige Acrylfarben allerdings mit etwas Acrylbinder angereichert werden. Im umgekehrten Fall, also wenn Acrylfarben in einer dicken, pastosen Konsistenz entstehen sollen, wird ihnen Strukturpaste beigemischt.

Wenn Mischfarben nur für ein Bild und nur für kleine Farbflächen benötigt werden, können sie spontan und frei Hand angemischt werden. Dafür wird einer Acrylfarbe einfach soviel von einer oder mehreren anderen Acrylfarben hinzugefügt, bis der gewünschte Farbton erreicht ist. Ein zweites Mal exakt denselben Farbton anzurühren, wird dann jedoch schwierig bis unmöglich werden.

Möchte der Künstler sicherstellen, dass er eine Mischfarbe jederzeit wieder herstellen kann, sollte er sich eine Farbkarte anlegen. Dafür malt er auf einem Bogen Papier ein kleines Feld mit der jeweiligen Farbe aus und notiert sich das genaue Mischungsverhältnis. Dadurch hat er zum einen die Rezeptur für den Farbton und kann zum anderen verschiedene Farben miteinander vergleichen, um den richtigen Ton auszuwählen.

 

Das Mischen von Acrylfarben verschiedener Hersteller

Alle Künstleracrylfarben sind ähnlich zusammengesetzt. Aus diesem Grund spricht prinzipiell nichts dagegen, die Farben unterschiedlicher Hersteller miteinander zu mischen. Besser ist allerdings, Farbmischungen aus den Acrylfarben eines Herstellers anzufertigen.

Dies liegt daran, dass die Zusammensetzungen der Farben zwar ähnlich, aber eben nicht komplett gleich sind. Kleine Unterschiede bei den Anteilen von Wasser, Farbpigmenten und Acrylbinder führen dazu, dass Acrylfarben nicht gleich eingestellt sind. Die Folge davon wiederum kann sein, dass sich die Farben nicht ganz so gut miteinander vermischen.

Das Anreichern von Acrylfarben mit Farbpigmenten

Wie intensiv eine Acrylfarbe leuchtet, hängt von ihrer Zusammensetzung ab. Je besser die Leuchtkraft und die Farbbrillanz sind, desto optimaler ist das Verhältnis zwischen den Bestandteilen der Acrylfarbe. Meistens ist aber ein kleiner Überschuss an Acrylbinder vorhanden. Der Acrylbinder sorgt für die Deckkraft, die Haftung und das wasserfeste Auftrocknen der Farbe.

Durch den minimalen Acrylbinderüberschuss kann eine Acrylfarbe beispielsweise mit etwas Wasser verdünnt werden, ohne dass die Haftung am Malgrund beeinträchtigt wird. Auch die Beigabe von zusätzlichen Farbpigmenten ist grundsätzlich möglich. Werden der Farbe aber zu viele Farbpigmente hinzugefügt, kann es sein, dass der Anteil an Acrylbinder nicht mehr ausreicht.

Die Folge davon wäre, dass die Farbpigmente nur lose auf dem Malgrund aufliegen. Deshalb empfiehlt es sich, zusammen mit den Farbpigmenten immer auch etwas Acrylbinder hinzuzufügen. Eine andere Möglichkeit ist, Acrylbinder als Zwischenfirnis aufzutragen. Auch dadurch wird die Farbschicht fixiert und eine möglicherweise nicht ganz optimale Haftung sicher ausgeglichen.

 

Das Mischen von Acrylfarben mit Dispersions- oder Acrylharzfarben

Künstleracrylfarben sind immer auf Wasserbasis hergestellt. Basieren die Dispersionsfarben aus dem Baumarkt oder die Acrylharzfarben ebenfalls auf Wasser, können die beiden Farbarten miteinander gemischt werden.

Allerdings ist es nicht unbedingt empfehlenswert, solche Farbmischungen herzustellen. Die Farbqualität wird nämlich in aller Regel nicht überzeugen. Acrylharzfarben auf Terpentinbasis eignen sich gar nicht für Farbmischungen mit Acrylfarben, denn Wasser und Terpentin verbinden sich nicht.

Es gibt aber eine gute Möglichkeit, wie Dispersionsfarben aus dem Malerbedarf und Künstleracrylfarben miteinander kombiniert werden können. So können nämlich die unteren Farbschichten mit Dispersionsfarben angelegt werden.

Vor allem bei großformatigen Bildern und großen Farbflächen lassen sich dadurch ordentlich Kosten einsparen. Die oberen Farbschichten, die dem Bild sein wahres Aussehen verleihen, kann der Künstler dann mit den qualitativ deutlich hochwertigeren Acrylfarben ausgestalten.

 

Das Anmischen eigener Acrylfarben

Möchte sich der Künstler nicht damit begnügen, nur eigene Farbtöne aus fertigen Acrylfarben anzumischen, kann er seine Acrylfarben auch gleich komplett selbst herstellen. Neben ein paar leeren, verschließbaren Behältern für die Farben braucht er dafür nur Wasser, Farbpigmente und Acrylbinder.

Das Mischungsverhältnis der Zutaten steht auf der Verpackung des Acrylbinders. Grundsätzlich ist es aber besser, den Acrylbinder etwas großzügiger zu bemessen. Zuviel Acrylbinder schadet der Farbe nämlich nicht, während ein zu geringer Anteil an Acrylbinder dazu führt, dass die Farbe nicht optimal auf dem Malgrund haftet und nicht wasserfest auftrocknet.

 

Das Anrühren einer Acrylfarbe erfolgt dann in zwei Schritten:

  1. Zuerst wird ein Farbteig angesetzt. Dafür wird den Farbpigmenten soviel Wasser hinzugefügt, bis sie gut angefeuchtet sind und ein geschmeidiger Brei entstanden ist. Sollten die Farbpigmente das Wasser nicht aufnehmen wollen, können wenige Spritzer Spiritus beigemischt werden. Der Spiritus unterstützt das Einstumpfen der Farbpigmente. Ist der Farbteig gut durchgerührt, sollte er 24 Stunden lang quellen.
  2. Im zweiten Schritt wird der Farbbrei zur Acrylfarbe weiterverarbeitet. Dazu wird er mit Acrylbinder vermischt. Die Acrylfarbe kann nun direkt vermalt oder in einen verschließbaren Behälter umgefüllt werden.

Selbst hergestellte Acrylfarben sind nicht ganz so fein wie fertig gekaufte. Allerdings kann genau das den Reiz der Farben ausmachen. Zudem hat der Künstler so die Möglichkeit, ganz eigene Farbtöne anzulegen.

 

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