8 Fragen zu Kunst als Geldanlage, 1. Teil

8 Fragen zu Kunst als Geldanlage, 1. Teil

Kunst ist nicht nur eine beliebte Form der Geldanlage, sondern hat sich als Kapitalanlage auch bewährt. Es gibt nur wenige Investitionsobjekte, die langfristig einen vergleichbaren Wertzuwachs verzeichnen. Der Kunstmarkt entwickelt sich stetig weiter und erschließt zunehmend neue Zielgruppen. Doch wie jede Geldanlage folgt auch die Investition in Kunst ihren eigenen Regeln und Gesetzen.

Kunst als Geldanlage

Wichtig ist deshalb, sich im Vorfeld gut zu informieren und mit dem Kunsthandel vertraut zu machen.

Nur: Worauf kommt es an? In einer mehrteiligen Beitragsreihe klären wir die acht wichtigsten Fragen zu Kunst als Geldanlage.

  1. Warum ist Kunst überhaupt eine lohnenswerte Geldanlage?

Für viele Investoren ist Kunst nicht bloß eine reine Geldanlage. Vielmehr haben die Arbeiten neben dem Sachwert auch einen emotionalen Wert. Im Unterschied zu anderen Geldanlagen geht die Investition in Kunst mit der Freude an der schönen, wertvollen Arbeit einher. Zudem haben Kunstwerke auch einen Prestigefaktor.

Schließlich macht es durchaus einen Unterschied, ob an der Wand ein echtes Original hängt oder nur ein hübscher Kunstdruck. Hinzu kommt das gute Gefühl, dass das Geld nicht in irgendeinem Konzern steckt, sondern in den Erhalt von Kultur geflossen ist.

Allein mit dem Kauf ist es aber meist nicht getan. Denn wenn der Investor nachhaltig Wert gewinnen möchte, muss er sich Wissen aneignen, sich mit den Künstlern beschäftigen, regelmäßig Kunstveranstaltungen besuchen und sich ein Netzwerk aufbauen.

Außerdem wird er sich früher oder später um die Pflege der Kunstwerke und die richtige Absicherung mit entsprechenden Versicherungen kümmern müssen. Gerade diese Auseinandersetzung mit Kunst und allem, was dazugehört, ist das, was diese Anlageform so interessant macht. Letztlich wird der Kauf von Kunst so nämlich zu einer finanziellen und einer sozialen Investition gleichermaßen.

Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit. Beim Investment in Kunst geht es nicht um einen schnellen Gewinn. Die Idee ist vielmehr, ein Objekt mit bleibendem Wert zu erwerben. Sollten wirklich einmal schlechte Zeiten anbrechen, kann die Sammlung verkleinert werden. Ansonsten werden die Kunstobjekte vererbt und sichern so den Angehörigen eine Vermögensbasis.

  1. Welche Vor- und Nachteile hat Kunst als Geldanlage?

Verglichen mit anderen Anlageformen wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen bringt ein Kunstwerk als Investmentobjekt eine gewisse Sicherheit mit sich. Zwar kann es auch bei Kunst Wertschwankungen geben. Zumal der Kunstmarkt und das Börsengeschehen nicht komplett voneinander abgekoppelt sind.

Die Schwankungen auf dem Kunstmarkt sind aber meist deutlich weniger ausgeprägt als an der Börse und den Finanzmärkten im Allgemeinen. Und es ist höchst unwahrscheinlich, dass es bei einem Kunstwerk zu einem totalen Wertverlust kommt. Das gilt vor allem dann, wenn die Arbeit von einem bekannten Künstler stammt.

Ein Grund, der bei Kunst als Geldanlage oft auch eine Rolle spielt, ist der Mehrwert, den Kunstwerke bieten. Im Unterschied zu Wertpapieren oder Verträgen verschwindet ein Kunstobjekt nicht irgendwo in einem Aktenordner oder einer Schreibtischschublade. Stattdessen wird es präsentiert. So wertet es die Räume auf, erfreut den Betrachter und sorgt für ein gewisses Prestige.

Doch auch bei einem Investment in Kunst ist wichtig, dass sich der Investor Wissen aneignet. Gerade für Einsteiger ist es oft nicht leicht, sich einen Überblick über den Kunstmarkt zu verschaffen. Denn dieser hat seine eigenen Regeln und ist dabei nicht so transparent wie etwa der Finanzmarkt. Ratsam ist deshalb, zumindest am Anfang auf die Hilfe eines Experten zu setzen, der den Kunstmarkt kennt und entsprechend beraten kann.

Gleiches gilt, wenn es darum geht, die Echtheit eines Kunstwerks zu überprüfen und seinen Wert realistisch einzuschätzen.
Beachten sollte der Investor außerdem, dass sich Kunst in erster Linie für langfristige Investitionen eignet. Im Vordergrund sollte der nachhaltige Vermögenserhalt stehen. Natürlich kann der Investor seine Kunstwerke auch wieder verkaufen. Im Unterschied zu klassischen Geldanlageprodukten dauert es bei Kunstwerken aber oft Wochen oder Monate, teils sogar Jahre, bis ein Käufer gefunden ist.

Zusammengefasst, hier die wesentlichen Vor- und Nachteile von Kunst als Geldanlage noch einmal auf einen Blick:

Vorteile Nachteile
vergleichsweise sichere Geldanlage; Gewinne sind möglich, die Wertschwankungen eher gering und Totalverluste kaum zu befürchten Einsteig erfordert Fachwissen und gute Vorbereitung; neben der Anschaffung können zudem Zusatzkosten für die Pflege und Versicherungen entstehen
langfristiger Werterhalt Kunstmarkt wenig transparent
Mehrwert durch Freude am Kunstwerk und Prestigegewinn für kurzfristige Investitionen ungeeignet; Verkäufe mitunter schwierig
  1. Wie kann der Einstieg in den Kunstmarkt aussehen?

Ein erfolgreiches Investment in Kunst setzt voraus, dass der Investor die Kunstszene kennt. Er sollte sich nicht nur für Kunstwerke begeistern, sondern regelmäßig wichtige Kunstveranstaltungen und Galerien besuchen, sein Wissen mit Fachmagazinen aktuell halten und Kontakte knüpfen.

Und dann gibt es noch einen weiteren Aspekt, der beim Kauf von Kunst nicht unterschätzt werden sollte: das richtige Gespür. Es dauert aber seine Zeit, bis der Investor ein Gefühl für die Trends auf dem Kunstmarkt entwickelt und lernt zu unterscheiden, welche Kunstwerke nur hübsch aussehen und welche Arbeiten sich auch als Investmentobjekte eignen – um dann im richtigen Moment zuzuschnappen. Die stete Auseinandersetzung mit Kunst ist also ein wichtiger Punkt.

Gerade Einsteiger sollten über eine professionelle Beratung nachdenken. Art Manager, Kunstberater, Galeristen, Sachverständige oder Kunsthändler können hier die richtige Anlaufstelle sein. Ein Berater hilft dem Investor dabei, die Kunstsammlung zu planen, Kunstwerke zu beschaffen und Kontakte herzustellen.

Eine gute Beratung beschränkt sich aber nicht rein auf die Objektsuche und die Unterstützung beim Kauf. Stattdessen vermittelt sie auch Fachwissen, erklärt das Werk des Künstlers, fördert das Verständnis über die Techniken und Absichten und hilft bei der kunsthistorischen Einordnung.

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