Kunstversicherung: Worauf achten?

Kunstversicherung: Worauf achten?

Für den einen sind Kunstwerke eine schöne Zierde, an der er sich erfreut. Ein anderer sieht Kunst als Geldanlage. Und natürlich gibt es auch die Mischung aus beidem, also den Kunstliebhaber, der sich eine ansprechende Sammlung aufbauen und gleichzeitig sein Geld in greifbare Objekte invertieren will.

Kunstversicherungen

Doch egal, aus welchen Gründen der Kauf erfolgt:

Ab einem gewissen Wert sollten Kunstwerke versichert werden. Eine Kunstversicherung schützt vor Risiken wie Raub, Feuer oder Wasser. Im Schadensfall kann zwar auch die Kunstversicherung ein komplett zerstörtes Gemälde nicht wiederherstellen. Aber zumindest der finanzielle Verlust ist abgesichert. Nur: Worauf achten beim Abschluss einer Kunstversicherung?

 

Hier sind vier Tipps!

 

Tipp Nr. 1: Muss es überhaupt eine eigenständige Kunstversicherung sein?

Ein privater Kunstbesitzer braucht nicht immer unbedingt eine separate Kunstversicherung. Denn grundsätzlich können die Kunstwerke auch über die Hausratversicherung geschützt sein. Wichtig hier ist, die Deckungssumme zu beachten. Reicht sie aus, braucht es keine zweite Absicherung. Natürlich sollte sich der Kunstbesitzer im Kleingedruckten vergewissern, dass seine Hausratversicherung im Schadensfall auch wirklich greift.

Übersteigt der Wert der Kunstgegenstände die Deckungssumme oder sind Kunstobjekte nur bedingt über den Versicherungsumfang abgedeckt, kann die bestehende Hausratversicherung mitunter erweitert werden. Ist das nicht möglich oder würde der Versicherungsbeitrag dadurch zu teuer werden, sollte der Kunstbesitzer über den Abschluss einer eigenständigen Kunstversicherung nachdenken.

 

Tipp Nr. 2: Mehrere Angebote miteinander vergleichen.

Kunstversicherungen werden in vielen verschiedenen Varianten angeboten. Empfehlenswert ist dabei eine sogenannte All-Risk-Police. Neben den Gefahren, die eine normale Hausratversicherung auch abdeckt, sichert sie zusätzlich das Risiko einer ungewollten Beschädigung der Kunstwerke durch den Kunstbesitzer oder Dritte ab. Bewegt der Kunstfreund zum Beispiel beim Aufräumen den Wischmop so schwungvoll, dass der Stiel ein Loch in der Leinwand hinterlässt, oder stößt ein Gast aus Versehen eine kostbare Statue um, würde die Kunstversicherung einspringen und den Schaden regulieren.

Wie bei jeder Versicherung ist aber natürlich auch bei einer Kunstversicherung wichtig, die Versicherungsbedingungen sehr genau zu lesen. Die Höhe der Prämie hängt vom Versicherungsumfang und der Deckungssumme ab. Hier sollte der Kunstfreund nicht am falschen Ende sparen. Denn wenn er die Versicherungssumme zu niedrig wählt, deckt sie im Ernstfall den Wert der Kunstgegenstände möglicherweise nicht ab. Über Vergleichsportale kann der Kunstbesitzer aber recht bequem verschiedene Tarife miteinander vergleichen.

Im Unterschied zu einem Kunsthändler, einem Galeristen oder einem Museum kann der Kunstliebhaber auf eine Transportversicherung meist verzichten. Eine Transportversicherung erweitert den Schutz der Kunstversicherung um Schäden, die beim Verpacken, Ein- und Ausladen sowie beim Aufbau der Kunstgegenstände entstehen können. Dabei kann eine solche Versicherung entweder für einzelne Transporte oder pauschal für regelmäßige Transporte abgeschlossen werden. Da der Kunstfreund seine Schätze aber vermutlich nicht ständig mit sich herumträgt, kann er diesen Versicherungsbaustein getrost weglassen.

 

Tipp Nr. 3: Die Kunstsammlung dokumentieren.

Grundsätzlich sollte der Kunstbesitzer möglichst schon im Vorfeld dafür sorgen, dass seinen Kunstwerken nichts passiert. Eine solide Aufhängung der Bilder an der Wand und ein Platz, an dem die Bilder nicht ständig dem direkten Sonnenlicht oder den Lehnen von Stühlen und Sofas ausgesetzt sind, sind Beispiele für solche Sicherheitsmaßnahmen. Gleiches gilt für Vorkehrungen, die es Einbrechern schwer machen. Letztere haben den schönen Nebeneffekt, dass sie die Höhe der Versicherungsprämie senken können.

Doch für den Fall, dass doch ein Schaden eintritt, sollte der Kunstfreund seine Sammlung richtig dokumentieren. Am besten legt er dazu einen kleinen Katalog an, in dem er seine Objekte mit Foto und kurzer Beschreibung festhält.

Wichtig ist außerdem, dass er einen Nachweis über den Kauf oder ein Wertgutachten vorlegen kann. Die Dokumentation erleichtert nicht nur die Feststellung, was überhaupt beschädigt oder gestohlen wurde. Sondern sie beschleunigt auch die Schadensregulierung, weil die Kunstversicherung den Wert der Kunstgegenstände nicht selbst ermitteln und festlegen muss.

 

Tipp Nr. 4: Den Wertzuwachs im Blick behalten.

Auch der Kunstmarkt unterliegt Schwankungen. Mal sind die Preise im Keller, mal ist die Nachfrage riesig. In den vergangenen Jahren gab es jedenfalls, ähnlich wie bei Immobilien und Gold, enorme Preissteigerungen. Diese Entwicklung macht sich nicht nur bemerkbar, wenn der Kunstfreund Bilder, Skulpturen und andere Arbeiten kaufen möchte. Genauso hat der Wertzuwachs Auswirkungen auf die schon vorhandene Sammlung.

In der Praxis wird es zwar eher selten vorkommen, dass der Privatmann vor ein paar Jahren ein Bild für wenige hundert Euro erstanden hat, das nun plötzlich eine sechs- oder siebenstellige Summe wert ist. Doch dass der Wert im Laufe der Zeit nach oben geklettert, ist nicht unüblich. Ratsam ist deshalb, regelmäßig zu überprüfen, ob der bestehende Versicherungsschutz noch ausreicht.

Ist der Kunstfreund unsicher, wie viel seine gesammelten Werke wert sind, kann es sinnvoll sein, ein Gutachten erstellen zu lassen. Die Kosten dafür sind nicht allzu hoch. Aber dafür hat der Kunstfreund Gewissheit und kann den Versicherungsschutz entsprechend anpassen. Und durch das Gutachten hat er auch gleich einen gültigen Wertnachweis, den er im Ernstfall bei der Kunstversicherung einreichen kann.

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