Faustregeln rund um die Beleuchtung, Teil 1

Faustregeln rund um die Beleuchtung, Teil 1

Die vielleicht wichtigste Regel bei der Lichtplanung lautet, dass es eine Grundbeleuchtung gibt, die durch eine Sekundärbeleuchtung ergänzt wird. Verschiedene Lichtquellen in einem Raum sorgen nicht nur für ein harmonisches Licht, sondern ermöglichen auch, die Beleuchtung an den Bedarf und auf die Stimmung anzupassen. Außerdem können Lichtpunkte gezielt Akzente setzen, die den Raum noch wohnlicher und gemütlicher erscheinen lassen.

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Faustregeln rund um die Beleuchtung, Teil 1

Doch worauf kommt es bei der Lichtplanung an? Was sollte beachtet werden? Und welche Lampen und Leuchten setzen einen Raum optimal in Szene? In einem zweiteiligen Beitrag verraten wir Faustregeln rund um die Beleuchtung!:

Fünf entscheidende Punkte bei der Lichtplanung

Das Wohnzimmer oder das Kinderzimmer stellt andere Anforderungen an die Beleuchtung als die Küche, das Bad oder der Arbeitsplatz im heimischen Büro. Aus diesem Grund macht es natürlich Sinn, die einzelnen Räume zu betrachten und zu entscheiden, wie sie jeweils beleuchtet werden sollen.

Allerdings gibt es fünf Aspekte, die immer die Grundlage der Lichtplanung bilden:

  1. Grundhelligkeit

Eine wesentliche Frage betrifft die Grundhelligkeit, die im Raum vorhanden ist. Sie ergibt sich zum einen aus der Anzahl und der Größe der Fenster. Zum anderen spielt eine Rolle, in welchen Farben die Wände, der Boden, die Decke und die Möbel gehalten sind.

Grundsätzlich gilt, dass umso weniger zusätzliches Licht benötigt wird, je heller der Raum ohnehin schon ist.

  1. Lichtfarbe

Ist der Lumenwert, also die Helligkeit gleich, empfindet das menschliche Auge ein tageslicht- und ein neutralweißes Licht heller als ein warmweißes Licht. Werden die Lichtquellen in einem Raum oft zeitgleich genutzt, sollte es besser bei einer Lichtfarbe bleiben.

Ist der Raum hingegen in mehrere Zonen aufgeteilt und sind nur selten alle Lampen in Betrieb, können die Lichtfarben ruhig unterschiedlich sein.

In Wohnbereichen ist eine Lichtfarbe mit ungefähr 3.000 Kelvin ratsam. Am Arbeitsplatz im Büro oder in der Küche empfehlen Experten eine hellere Lichtfarbe mit 3.500 bis 6.000 Kelvin.

  1. Stromanschlüsse

Sich zu überlegen, wo überall Lichtquellen installiert werden sollen, ist das Eine. Doch das Andere ist, dass die Lampen und Leuchten auch angeschlossen werden müssen. Deshalb ist wichtig, zu überprüfen, wo Stromanschlüsse und Steckdosen vorhanden sind.

Tischlampen und Stehleuchten haben oft vergleichsweise kurze Kabel. Verlängerungskabel können dann zwar Abhilfe schaffen. Wenn sie nicht hinter Möbeln, großen Pflanzen oder anderen Einrichtungsgegenständen versteckt werden können, leidet aber die Optik.

Außerdem können Kabel, die ungünstig durch den Raum verlaufen, zur gefährlichen Stolperfalle werden. Bei der Lichtplanung sollte deshalb von Anfang an berücksichtigt werden, wo überhaupt Leuchten möglich sind.

  1. Dimmbarkeit

Dimmbares Licht bietet den Vorteil, dass die Helligkeit je nach Bedarf angepasst werden kann. Allerdings ist dafür zum einen ein dimmbares Leuchtmittel notwendig. Mittlerweile gibt es solche Leuchtmittel in allen Techniken, herkömmliche Glühbirnen also genauso wie LED- und Halogen-Leuchten.

Zum anderen braucht die Leuchte einen Schalter, der das Dimmen ermöglicht. Wer für die Decken- und Wandlampen normale, einfache Kippschalter installiert hat, wird sie deshalb meist austauschen müssen.

  1. Stil

Damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht, sollten die Lampen und die anderen Einrichtungsgegenstände im Raum eine Gemeinsamkeit haben. Das kann natürlich der Stil als solches sein. Möglich ist aber auch, über die Farben, die Formen oder die Materialien einen Bezug herzustellen.

Wichtig ist am Ende nur, dass etwas vorhanden ist, das alles miteinander verbindet. Sonst kann schnell der Eindruck entstehen, dass zum Beispiel eine Lampe nicht in den Raum passt.

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Die Beleuchtung in Wohnräumen

Natürlich sind Geschmäcker und Vorlieben verschieden. Während der eine viel Wert auf eine helle Ausleuchtung legt, zieht der andere eine dämmrige Atmosphäre vor. Für den einen sind Lampen und Leuchten schöne und dekorative Einrichtungsgegenstände, der andere sieht darin in erster Linie funktionale Hilfsmittel. Trotzdem helfen ein paar Faustregeln dabei, die richtige Beleuchtung zu finden.

In Wohnräumen wie dem Wohn- und Schlafzimmer, dem Kinderzimmer oder dem Gästezimmer halten sich die Bewohner oft deutlich länger auf als zum Beispiel im Bad oder in der Küche. Außerdem sind solche Räume Rückzugsorte, die der Entspannung dienen sollen.

Für eine stimmungsvolle Beleuchtung sollten deshalb mehrere Lichtquellen eingeplant werden. Reicht der Platz nicht aus, um verschiedene Tisch- und Stehleuchten zu verteilen, bietet sich eine dimmbare Grundbeleuchtung an. Auch dadurch lässt sich das Licht für ein gemütliches Ambiente regulieren.

Wohnzimmer

Je größer der Raum ist, desto mehr Kreativität lässt die Lichtplanung zu. Die Grundbeleuchtung kann mit zwei bis vier Varianten der Sekundärbeleuchtung kombiniert werden.

Damit es möglich wird, auf der Couch zu lesen oder Handarbeiten ausführen, ist ein helles Licht notwendig. Dieses sollte am besten von hinten und von der Seite kommen und die Couch ohne Schatten ausleuchten. Stehleuchten, Deckenfluter oder ein reines Leselicht mit schwenkbarem Arm ist dafür optimal.

Auch die Beleuchtung in der Umgebung des Fernsehers erfordert besondere Aufmerksamkeit. Hier sollte das Licht nur die Wand beleuchten, die an den Standort des Fernsehers angrenzt. Die anderen Lämpchen sollten ebenso nicht zu störenden Spiegelungen auf dem Monitor führen. Ein Deckenfluter in der Ecke oder ein Lichtband hinter dem Fernseher sind dann eine gute Wahl.

Schlafzimmer

Im Schlafzimmer ist es ähnlich wie im Wohnzimmer. Die Grundbeleuchtung sollte durch Nachttischlampen oder Wandleuchten ergänzt werden. Ein Leselicht ist praktisch und sollte nicht fehlen.

Für das stimmungsvolle Ambiente können Lichter sorgen, die die Schränke von oben, hinten oder innen beleuchten. Warmweiße oder farbige Lichtbänder an der Rückseite oder Unterseite des Bettes  setzen das Möbelstück in Szene und unterstützen die romantische Stimmung.

Kinderzimmer

Ein Schulkind braucht in seinem Zimmer eine Deckenleuchte als Grundbeleuchtung, ein Leselicht neben dem Bett und eine Arbeitsleuchte auf dem Schreibtisch. Für ein Baby oder ein kleineres Kind reichen oft eine Deckenlampe und ein sanftes Nachtlicht aus. Trotzdem kann es natürlich nicht schaden, wenn weitere Anschlüsse bereitstehen, die später genutzt werden können.

Stehleuchten, Tischlampen und andere frei stehende Lichtquellen sollten am besten einen Lampenschirm aus Stoff haben und mit LED- oder Halogenbirnen ausgestattet sein. Sollte die Lampe beim wilden Toben versehentlich umgestoßen werden, kann so nicht viel passieren. Energiesparlampen als Bestückung von Standleuchten sind im Kinderzimmer keine gute Idee.

Denn es gibt nach wie vor Lampen, die Quecksilber enthalten. Durch die Bauart kann das Quecksilber zwar normalerweise nicht entweichen, wenn die Lampe zu Bruch geht. Trotzdem muss es nicht sein, unnötige Risiken einzugehen.

Gästezimmer

Im Gästezimmer kann die Beleuchtung an ein Hotelzimmer angelehnt sein. Die Grundbeleuchtung wird durch eine Nachttischlampe ergänzt, die vom Bett aus bedient werden kann. Ein Nachtlicht in der Steckdose wiederum hilft dabei, sich in der fremden Umgebung zu orientieren.

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Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan (RZA) Kunstmaler und Inhaber diverser Kunstportale schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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