Das Haus an den Klimawandel anpassen – Infos und Anregungen

Das Haus an den Klimawandel anpassen – Infos und Anregungen

Zusammen mit dem Klimawandel häufen sich extreme Wetterereignisse wie Hitze, Stürme, Starkregen und Überschwemmungen. Langfristig wird uns nichts anderes übrig bleiben, als uns an veränderte Klimabedingungen zu gewöhnen und das Wohnumfeld darauf abzustimmen. Vor diesem Hintergrund kommt auf Hausbesitzer einiges an Arbeit zu. Doch es gibt zwei gute Nachrichten. So trifft zum einen ein extremes Wetterereignis nicht jedes Haus in gleicher Weise.

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Das Haus an den Klimawandel anpassen - Infos und Anregungen

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung beispielsweise stellt online ein geografisches Informationssystem namens ImmoRisk-Naturgefahren zur Verfügung. Hausbesitzer können dort ermitteln, wie groß die Risiken für verschiedene Naturgefahren an ihrem Standort sind.

Ob und wie sehr Starkregen, Hagel, Sturm oder Hitze einer Immobilie zusetzen, hängt neben dem Standort auch vom Zustand ab. Und an dieser Stelle lautet die zweite gute Nachricht, dass nicht immer gleich aufwändige und kostspielige Maßnahmen notwendig sind.

Sorgt der Hausbesitzer rechtzeitig vor, genügen mitunter kleine Arbeiten.

Wir haben Infos und Anregungen zusammengestellt, die dabei helfen, das Haus an den Klimawandel anzupassen:

Starkregen

Von Starkregen wird gesprochen, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr viel Regen fällt. In Abhängigkeit von der Regenmenge, die im Zeitraum von einer oder sechs Stunden in Litern pro Quadratmeter auf den Boden trifft, unterscheidet der Deutsche Wetterdienst drei Warnstufen. Überflutete Straßen und Keller, Überschwemmungen, Verkehrsbehinderungen und auch Erdrutsche sind klassische Schäden, die Starkregen verursacht.

Um das Haus zu schützen, ist entscheidend, dass die plötzlichen Wassermassen entweder schnell ablaufen können oder gezielt aufgefangen und gesammelt werden.

In diesem Zusammenhang sind folgende Maßnahmen wichtig und sinnvoll:

Intakte Abdichtungen im Keller

Wasser kann auf verschiedenen Wegen in den Keller gelangen. Daher sollte der Hausbesitzer regelmäßig überprüfen, ob seine Kellerfenster noch dicht schließen. Zeigen die Kellerwände bereits feuchte Stellen, ist eine Kontrolle der Außenabdichtung und der horizontalen Sperren wichtig. Letztere sollen sicherstellen, dass die Feuchtigkeit nicht aufsteigen kann.

Starkregen bringt die Kanalisation oft an ihre Grenzen. Kommt es zu einem Rückstau, kann das zur Folge haben, dass das Wasser den umgekehrten Weg nimmt und über die Ablaufrohre ins Haus eindringt.

Um das zu vermeiden, sollte der Hausbesitzer die Überlaufventile regelmäßig reinigen und in den vorgesehenen Abständen warten lassen. Neuere Häuser sind meist mit Rückstauklappen ausgestattet. Auch die Klappen brauchen aber Wartungen.

Selbst gute Schutzvorkehrungen können nicht immer verhindern, dass der Keller vollläuft. Deshalb sollten im Keller generell nur Gegenstände eingelagert werden, die nicht allzu empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren. Sinnvoll ist außerdem, Regale aus Kunststoff oder Metall aufzustellen.

Vorräte und andere Dinge sind so vom Boden weg und überstehen eine kleinere Überschwemmung womöglich unbeschadet. Für die Waschmaschine, den Wäschetrockner und ähnliche Geräte bietet sich ebenfalls ein erhöhtes Podest an.

Ungehinderter Ablauf vom Dach

Regenwasser läuft vom Dach zunächst in die Rinnen und wird von dort aus in die Fallrohre weitergeleitet. Laub, Äste und andere Ablagerungen können den Wasserfluss aber behindern.

Eine regelmäßige Reinigung der Dachrinnen und der Fallrohre ist daher Pflicht. Bei dieser Gelegenheit kann der Hausbesitzer auch gleich kontrollieren, ob alle Rohre noch intakt sind und die Befestigungen sicher halten.

Saugfähiger Garten

Normalerweise nimmt der Boden das Regenwasser auf. Ist das nicht möglich, weil die Flächen versiegelt sind, fließt das Wasser in die Abwasserkanäle. Legt der Hausbesitzer einen saugfähigen Garten an, entlastet er die örtliche Kanalisation und trägt gleichzeitig dazu bei, dass sich das Wasser erst gar keinen Weg ins Haus sucht.

Loser Kies, durchlässig gepflasterte Flächen, Rasen und Bepflanzungen sorgen dafür, dass das Regenwasser im Boden versickern kann. Nebenbei macht ein natürlicher Garten optisch mehr her als triste Betonflächen. Es kann sich also durchaus lohnen, eine versiegelte Fläche wieder zu entsiegeln.

Zisterne oder Auffangbehälter

Bei Starkregen kann eine Zisterne oder ein anderer Auffangbehälter gute Dienste als Puffer leisten. Zwar ist auch ein Behälter irgendwann voll, aber er kann zumindest einen Teil des Wassers auffangen.

Später kann der Hausbesitzer das gesammelte Wasser entweder in die Kanalisation ableiten oder es selbst nutzen. Als Gießwasser für den Garten zum Beispiel ist das problemlos möglich.

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Eine andere Möglichkeit ist, aufgefangenes Regenwasser in den Wasserkreislauf des Hauses einzubinden und als Brauchwasser für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine zu verwenden.  Auf diese Weise spart der Hausbesitzer Trinkwasser ein und senkt seine Wasserrechnung.

Hitze

Dass es im Sommer warm ist, ist normal. Im kalten, trüben Winter freuen sich viele auf die Zeit, wenn die Temperaturen nach oben klettern und die Sonne lacht. Wenn auch die Nächte keinerlei Abkühlung bringen, die Luftfeuchtigkeit immer weiter steigt, das Wasser zunehmend knapp wird und die Gefahr von Waldbränden wächst, wird die Hitze aber zu einem ernsten Problem.

Um das Klima im Haus zu verbessern, ist die beste Vorsorge, dass die Hitze erst gar nicht ins Haus gelangt.

Um das zu erreichen, kann der Hausbesitzer an folgenden Punkten ansetzen:

Dämmung von Dach und Wänden

Was vor Kälte schützt, bewährt sich auch gegen Hitze. Wichtig ist deshalb, dass die Wände und das Dach gut gedämmt sind. Die Dämmung hält im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze aus den Wohnräumen fern.

Mit Blick auf die Dämmung spielen aber nicht nur die Fassaden, sondern auch die Fenster eine Rolle. Neben der Isolierfunktion des Glases kommt es hier darauf an, dass der Fensterrahmen ordentlich isoliert und die Übergänge zwischen Fenster und Wand sauber gearbeitet sind.

Verschattete Fenster

Ein konstruktiver Sonnenschutz durch ein überstehendes Hausdach, kleine Vordächer, Markisen oder eine Pergola sorgt dafür, dass die Sommersonne die Innenräume nicht zu sehr aufheizt. Dabei ist eine Verschattung, die außen angebracht ist, generell effektiver.

Denn sie verhindert, dass die Sonnenstrahlen überhaupt ins Haus gelangen. Jalousien, Rollos oder dichte Vorhänge versperren der Hitze zumindest etwas den Weg nach drinnen.

Eine weitere Möglichkeit, um im Sommer für wohltuenden Schatten zu sorgen, sind Laubbäume. Je dichter ihr Blätterdach ist, desto größer ist die Wirkung. Wichtig bei allen Arten von Verschattungen ist aber, dass die tiefer stehende Sonne im Winter in die Wohnräume gelangen kann. Auf diese Weise sorgt sie nämlich an kühleren Tagen für etwas Wärme und kann so die Heizung entlasten.

Pflanzen

Pflanzen im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon senken durch die Verdunstung die Temperaturen, die unmittelbar um das Haus herum herrschen. Außerdem bieten sie Tieren Unterschlupf und Nahrung. Setzt der Hausbesitzer auf eine üppige Bepflanzung, leistet er nebenbei also auch einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.

Begrünte Fassaden wiederum wirken wie eine Dämmung, absorbieren Schall und filtern die Luft. Anstelle der Hauswände kann auch ein begrüntes Dach eine Überlegung wert sein. Ein Gründach dämmt, kühlt und kann bei starkem Regen zum Puffer für das Wasser werden.

Sturm

Laut Definition des Deutschen Wetterdienstes handelt es sich bei Windstärken zwischen neun und elf auf der Beaufort-Skala um einen Sturm. Diese Stärken entsprechen Windgeschwindigkeiten zwischen 74 und 117 Stundenkilometern. Sind die Werte höher, liegt ein Orkan vor. Doch schon Stürme sind in der Lage, erhebliche Schäden anzurichten.

Tatsächlich sind die Möglichkeiten, sich vor Sturm- und Orkanschäden zu schützen, begrenzt. Eine wichtige Maßnahme ist aber, alles zu wegzuräumen oder gut zu sichern, was der Wind durch die Gegend schleudern könnte.

Gibt der Wetterdienst eine Sturmwarnung heraus, gilt es also, Markisen einzufahren, Gartenmöbel zu verstauen und leichtere Pflanzenkübel in Sicherheit zu bringen. Außerdem sollte der Hausbesitzer diese Maßnahmen ergreifen:

Dacheindeckung auf Sturmfestigkeit prüfen lassen

Ein heftiger Sturm kann die Dacheindeckung anheben und wegtragen. Sinnvoll ist deshalb, das Dach alle paar Jahre von einem Experten auf Sturmfestigkeit überprüfen zu lassen. Zusätzliche Klammern an Dachziegeln und verschraubte Ortgangziegeln erhöhen die Sicherheit.

Kommt es zu einem heftigen Sturm oder starken Orkanböen kann der Hausbesitzer sein Dach natürlich nicht festhalten. Aber allein schon mit Blick auf die Versicherung ist es hilfreich, wenn die Sturmfestigkeit der Dacheindeckung bestätigt ist.

Bäume in Hausnähe auf Standfestigkeit kontrollieren

Brechen schwere Äste ab oder stürzt gar der ganze Baum um, drohen erhebliche Schäden. Stehen in der Nähe des Hauses Bäume, sollten sie deshalb alle zwei Jahre auf Standfestigkeit überprüft werden.

Ein Fachmann kann beurteilen, ob ein Baum gut genug im Boden verwurzelt und gesund ist oder ob er zurückgeschnitten, gesichert oder schlimmstenfalls gefällt werden muss.

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Ferya Gülcan, Künstlername "Feryal" Kunstmalerin und Fotografin, Norbert Sachmann, Galerist, Christian Gülcan (RZA) Kunstmaler und Inhaber diverser Kunstportale schreiben hier Wissenswertes zur internationalen Kunst, Galerien, Maltechniken und Kunstgeschichte.

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